10 NO-GO’S IM VORSTELLUNGSGESPRÄCH | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
Nicole Eichenberger

10 NO-GO’S IM VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Apr 16 • ARBEITEN, ERFAHRUNG, First Job, Karriere • 3069 Views • Keine Kommentare zu 10 NO-GO’S IM VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Mit leeren Händen kommen
Ein Schreibblock, ein Stift und das Referenzblatt müssen im Minimum dabei sein. Idealerweise auch eure bereits notierten Fragen und eine Kopie der Bewerbungsunterlagen und des Inserats.

Over- oder underdressed
Stellt euch vor, wie ihr bei der neuen Stelle zur Arbeit gehen würdet. Und kleidet euch eine Spur besser. Das Outfit sollte zum Job und zum Unternehmen passen.

„Meine Stärken: Offen, flexibel, teamfähig“
Die gute Nachricht: Klar seid ihr das! Die Schlechte: Alle anderen auch.
Nehmt euch Zeit, eure ganz individuellen Stärken herauszuarbeiten: Was haben Vorgesetzte an euch gelobt? Was heben diese in Zeugnissen hervor? Was schätzen eure Teamkollegen an eurer Arbeitsweise? Das Gute daran: Dies ist die Antwort auf viele Fragen im Vorstellungsgespräch wie zum Beispiel „Erzählen Sie uns etwas über sich“ oder „Beschreiben Sie sich mit drei wichtigen Eigenschaften“.

„Meine Schwächen: Ich bin manchmal etwas ungeduldig.“
Viele Ratgeber empfehlen Schwächen zu nennen, die nicht gravierend sind oder sie dann sogar in Stärken zu wandeln. In einem Vorstellungsgespräch will ich mir ein gutes Bild einer Person machen können – da ist es mir wichtig zu erfahren, woran eine Person arbeitet. Hier mag ich Ehrlichkeit. Was nicht heisst, dass ihr zu offen sein sollt.
Ein (zu) offenes Buch
Viele Lebensläufe sind nicht perfekt: Eine Kündigung, eine Krankheit, ein schlechtes Verhältnis zum letzten Chef. In einem professionellen Gespräch kommt dies zur Sprache. Seid hier ehrlich, aber diplomatisch (über den früheren Chef oder das Unternehmen herzuziehen empfiehlt sich nicht). Und – zeigt auf, dass aktuell alles (wieder) gut ist.
Zu wenig (von euren Erfahrungen) erzählen
Nichts ist eindrücklicher als konkrete Situationen. „Als Schweisser muss ich manchmal unkonventionelle Wege gehen: Wenn ich Nähte verschweissen muss, die ich nicht sehe, habe ich mir angeeignet mit Spiegeln zu arbeiten“. Da braucht ihr nicht mal mehr zu erwähnen, dass ihr kreativ und lösungsorientiert seid.

Kein Blickkontakt
Achtet auf die non-verbale Kommunikation. Eine gerade Haltung und die Hände auf dem Tisch geben eine gute Präsenz. Blickkontakt und Lachen hinterlassen einen angenehmen Eindruck.
„Ich weiss nicht, welchen Lohn ich angeben soll.“
Basis einer guten Lohnverhandlung ist eine konkrete Vorstellung. Die schweizerische Tugend über den Lohn zu schweigen, ist hier nicht dienlich: Fragt Vertrauenspersonen in ähnlichen Positionen, welche Lohnvorstellung sie als realistisch ansehen. Dies hilft euch, eine klare Vorstellung eines marktüblichen Lohnes zu entwickeln. Ein weiterer Tipp: www.lohnrechner.ch. Und dann…

„Der Lohn ist mir nicht so wichtig. Hauptsache das Team ist gut und die Arbeit macht Spass“.
Frauen ist die Lohnfrage oftmals unangenehm; sie wollen nichts Falsches sagen oder gar die interessante Stelle wegen einer zu hohen Forderung riskieren. (Viele) Männer steigen hier in die Verhandlung ein: Nennen ihr Zielgehalt, argumentieren nochmals ihre wichtigsten Vorzüge. Dies ist – mitunter – ein Grund, weshalb Frauen 19 % weniger verdienen. Also, sagt’s!

„Nein, ich habe keine Fragen (mehr)
Immer wieder bin ich erstaunt, wenn Bewerbende keine Fragen stellen. Gerade zwei spannende Bereiche werden oft vergessen: Das Unternehmen und dessen Strategie (Wie wichtig sind die Verkäufe übers Internet geworden? Wie möchte sich das Unternehmen weiterentwickeln?) oder die Stelle an sich (Arbeiten Sie ebenfalls mit dem Programm xy? Gehört xy auch zu meinen Aufgaben?). Interessante Fragen sind auch „Was erwarten Sie – ausser den im Inserat beschriebenen Eigenschaften – sonst noch von mir?“ oder „Wie würden Sie die Teamkultur beschreiben und was ist Ihnen wichtig, damit jemand gut ins Team passt?“

Text: Nicole Eichenberger*
Fotos: Chris Herzog

*Nicole Eichenberger ist Inhaberin von nova solutions GmbH, einem Unternehmen für Personalentwicklung. Zudem arbeitet sie bei der SBB in der Entwicklung und Betreuung von Topkadern. Jährlich begleitet sie erfolgreich mehr als 100 Personen vor ihren Vorstellungsgesprächen.

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