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Wahlheimat auf Zeit!

7 GRÜNDE, AUSTAUSCHSTUDENTIN ZU WERDEN

Sep 15 • BLOG, Karriere, WACHSEN, WEITERBILDUNG • 2241 Views • Keine Kommentare zu 7 GRÜNDE, AUSTAUSCHSTUDENTIN ZU WERDEN

Liebäugelst du mit der Idee eines Auslandssemesters? Wage es! Diese Zeilen schreibe ich in Argentinien, wo ich gerade meinen zweiten Austausch verbringe. Hier sind sieben Gründe, warum ich es nicht bereue.

1. You learn a language

Du rufst das Taxi in einer fremden Sprache, du bestellst deine Drinks in einer fremden Sprache, du schaust Fernsehen in einer fremden Sprache. Plötzlich sprichst du auch Slang in der fremden Sprache. Eines Tages bemerkst du, dass du gar in der fremden Sprache denkst. Was für ein Höhengefühl! Eine Fremdsprache lernen geht einfach nur, wenn man sich ins kalte Wasser schmeisst, strampelt („ähm, ähm, ähm…“) und eintaucht. Damit es klappt, musst du dich jedoch distanzieren von dieser einen Gruppe von Austauschstudenten, die sich stur in Muttersprache unterhält.

2. Du langweilst dich nie

So wie Schweiz-Besucher innert kürzester Zeit vertraut sind mit allem von Rheinfall bis Matterhorn, wirst auch du ständig ein spezielles Plätzchen in deiner temporären Heimat entdecken. Das Beste dabei: Du bist nicht als Touristin unterwegs, sondern als Local. Dank deines vertieften Einblicks in die fremde Kultur kannst du das Gesehene besser verstehen.
Auch wenn du gerade nicht reist verarbeitet dein Hirn neue Daten. Denn alles ist ein bisschen anders: die Strassenschilder, die zwischenmenschlichen Interaktionen, das Supermarktsortiment – eine Käseauswahl wie in der Schweiz wirst du kaum finden. Droht Langeweile aufzukommen, kannst du aktiv ausweichen: Geh an ein Folklorefest oder trete einem lokalen Verein bei. Im Ausland ist man irgendwie offen für Sachen, bei denen man zuhause die Nase rümpfen würde. Die gemütlichen Sonntage auf dem Sofa kannst du getrost den Einheimischen überlassen.

3. Du findest Friends & Freunde aus aller Welt

Natürlich wirst du nicht Kontakt halten zu allen 107 Leuten, die du in dieser Zeit auf Facebook hinzufügst. Viele Begegnungen in deiner United Nations-Sammlung an neuen Friends werden oberflächlich bleiben. Aber auch echte Freunde wirst du finden. Du wirst bemerken, dass es überall Menschen gibt, die du magst oder nicht magst. Das befreit von Vorurteilen. Mit einigen Personen wirst du Kontakt halten. So baust du ein internationales Netzwerk auf. Es wäre doch toll, während deiner nächsten Skandinavien-Reise bei Kirsten aus Kopenhagen übernachten zu können?

4. Du wirst weltoffener – und gleichzeitig zur Patriotin

Zu sehen, dass die Dinge auch ausserhalb unserer perfekten Schweiz funktionieren, macht dich toleranter. Im Austausch assimilierst du dich an eine fremde Kultur, lernst sie zu verstehen, zu schätzen und gar zu leben. Gleichzeitig verliebst du dich neu in deine Heimat. Nirgendwo ist die Identifikation mit dem Zuhause grösser als weit weg von zuhause. Es kommt garantiert ein Moment, in dem du stolz Schweizer Flagge bekennst und aus vollem Herzen bestätigst: „Yes, the Swiss Alps are GREAT!“

5. Du wächst als Person

Während des Austauschs musst du dich alleine zurechtfinden, fernab von vertrauten Menschen und deiner Komfortzone. In dieser Ausnahmesituation erlebst du ein Wechselbad der Gefühle: Einmal bist du euphorisch, dann wieder nervös oder ängstlich. Manchmal hast du die Nase voll von all dem Fremden und es überkommt dich das Heimweh. Solche Anfälle werden meistens ausgelöst durch kleine Dinge – wie zum Beispiel, wenn du beim Einkaufen kein Brot findest („Was ist denn das für ein Land, wo es nicht einmal anständiges Brot gibt?!“). Im Nachhinein bist du stolz, diese Momente gemeistert zu haben. In der Zwischenzeit schafft ein Stückchen Schweizer Schokolade Abhilfe.

6. Du lernst ein anderes Uni-Versum kennen

Nebst all dem Reisen und Feiern gibt es ja einen weiteren Grund für deinen Aufenthalt in diesem fremden Land: das Studium. Im Austausch kannst du über den eigenen Uni-Tellerrand blicken und eine andere akademische Cuisine testen. Andererseits tut es im ECTS-Stress ganz gut, das Studieren eine Weile lang ein bisschen lockerer anzugehen. Denn die Professoren gestehen dir einen Ausländer-Bonus zu. Gleichzeitig erfährst du als Studentin für einmal VIP-Behandlung. Die Gast-Unis legen sich nämlich ins Zeug, um bei ihren internationalen Gästen einen guten Eindruck zu hinterlassen.

7. Du motzt deinen CV auf

Zugegeben: Ein Austauschsemester verwandelt dich nicht zwingend zur Exotin. Laut Bundesamt für Statistik packen heute bereits zwanzig Prozent der Schweizer Studierenden ihre Koffer, und die Tendenz ist steigend. Wie sehr du mit deinem internationalen Extra punktest hängt zudem vom Arbeitgeber ab: Einige Unternehmen verlangen explizit Auslandserfahrung, viele sehen es als „nice to have“ und wiederum andere legen wenig Wert darauf. Auch die Studienrichtung ist zu beachten: Laut einer deutschen Studie hat der Austausch vor allem bei Geisteswissenschaftlern einen positiven Einfluss auf den Karriereverlauf.
Einen Mehrwert addierst du aber in jedem Fall in deinen Lebenslauf. HR-Leute wissen nämlich, dass dich dein Abenteuer reifer und selbständiger gemacht hat. Und einmal abgesehen von diesen Karriere-Überlegungen macht der Austausch einfach wahnsinnig Spass!

 

von Marisa Steiner

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