„ALLES, WAS DU DIR VORSTELLEN KANNST, KANNST DU AUCH ERREICHEN“ | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
Zara de Berandinis

„ALLES, WAS DU DIR VORSTELLEN KANNST, KANNST DU AUCH ERREICHEN“

Apr 24 • ARBEITEN, ERFAHRUNG, Karriere • 1970 Views • Keine Kommentare zu „ALLES, WAS DU DIR VORSTELLEN KANNST, KANNST DU AUCH ERREICHEN“

Dieses Zitat stammt von Walt Disney, der unsere schönsten Träume auf die Leinwände dieser Welt gebracht hat. Dass man alles im Leben erreichen kann, zeigt die beeindruckende Karriere von Zarah De Berardinis

Ich bin als Senior Product Specialist bei Johnson&Johnson, im Bereich Wirbelsäule tätig. Meine Aufgaben sind vielfältig und meine Tätigkeit umfasst unter anderem die Beratung und Betreuung von Kunden in Spitälern zu verschiedenen Themen, den technischen Support während den Operationen, der Verkauf und das Marketing sowie die Organisation und Durchführung von Workshops.
Ich betreue und berate schweizweit die zwei grössten Kunden in diesem Segment.
Meine Tätigkeit bietet mir ein paar Freiheiten, da ich die Arbeit in der Regel selber einteilen kann. Die Kehrseite davon ist, dass ich praktisch rund um die Uhr einsatzbereit bin, wenn es z.Bsp. um 23.00 Uhr abends einen technischen Support während einer Operation erfordert.

Diese Kombination von Arbeitseinteilung und Einsatz entspricht mir, da ich Mühe habe mit Routine. Diese kommt in meinem Beruf auch vor, hält sich jedoch in Grenzen.
Obwohl meine Arbeitszeiten bis spät in die Nacht gehen können oder am Morgen sehr früh beginnen, fühle ich mich frei. Diese Freiheit, gekoppelt mit dem mir entgegen gebrachte Vertrauen von Seiten des Unternehmens, spornen mich seit über 10 Jahren zu Höchstleistungen an. Und diese machen mich erfolgreich.
Mein Erfolg hat sich nicht nur durch diese beiden Komponenten eingestellt, sondern vor allem durch fokussiertem Handeln, Disziplin, Dynamik, Antizipation, Leidenschaft und Individualität.

Meine berufliche Laufbahn begann mit der Ausbildung als Fachfrau Operationstechnik HF. Erst mit 28 Jahren machte ich mir Gedanken über meine Zukunft. Davor waren mir das Reisen und der Sport wichtiger. Ich hatte nie eine Vision davon, wo ich mit Mitte 40 sein würde, doch ich wusste, dass ich finanziell unabhängig sein wollte und etwas tun, was mir Freude bereitet und motiviert.

Nach mehrjähriger Berufserfahrung im Spital, wurde mir von einem Medizintechnikunternehmen eine Stelle im Aussendienst anerboten. Ich bekam die Möglichkeit, ein großes Verkaufsgebiet zu übernehmen. Mit der damaligen ehrgeizigen Firmenkultur, viel fordern und fair fördern, konnte ich mich stark identifizieren.
Die Unterstützung der beiden damaligen Vorgesetzten bestand darin, dass man mir Vertrauen schenkte und freie Hand im Handeln gab. Einerseits hat es meinen Ehrgeiz angestachelt, was mich zu Höchstleistungen führte und andererseits gab es mir das Gefühl, unentbehrlich zu sein, wodurch ich 365 Tage im Jahr erreichbar wurde. Dies führte nach mehreren Jahren unweigerlich zu einer Erschöpfung. Die daraus folgende Pause eröffnete mir neue Perspektiven und gab mir den Mut, ein lang ersehnter Wunsch umzusetzen. Ich begann den Studiengang MAS professionelles Coaching an der FHNW und werde diesen Monat mit der Abschlussarbeit beginnen. Um Neues in Angriff zu nehmen, spielt das Alter keine Rolle.
Inzwischen habe ich sowohl innerhalb wie auch ausserhalb der Firma Business und Executive Coaching und Mentoring Aufträge ausgeführt.

Heute bin ich finanziell unabhängig und immer noch hochmotiviert, obwohl ich meine initialen Vorstellungen erreicht habe. Durch die komplementäre Ausrichtung im Coaching, ergeben sich heute neue und ergänzende Ziele.
Für mich bedeutet Erfolg höchste Professionalität ergänzt mit den bereits erwähnten Eigenschaften. Diese Eigenschaften entwickelten sich aber auch zu meinen Stolpersteinen. Ich war sehr erfolgreich, aber nicht „Everybody’s Darling“. Erfolgreich sein und bleiben war und ist meine Triebfeder, eine Art Glaubenssatz, dessen Wirkung bis heute anhält. Daneben sind für mich Loyalität zum Unternehmen, Empathie, Neugier für Neues, Ziel- und Leistungsorientierung sowie den Mut zu haben, schwierige Themen anzusprechen, sehr wichtig. Dabei sollte man authentisch bleiben und der inneren Stimme Gehör schenken. Die Erkenntnis meiner eigenen Stärken und Schwächen hat mich hierhin geführt, wo ich nun bin.

Mein Tipp: Verbiete dir nicht mit dem Strom zu schwimmen, du kannst dir trotzdem treu bleiben und wenn nötig unangepasst. Wenn du etwas mit Begeisterung tust, werden auch die Stolpersteine einfacher zu umgehen sein.

Text: Zarah De Berardinis
Foto: Jürg Wipf

Comments are closed.

Related Posts

« »