Back to the future oder happy in the future? | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
pexels-photo-753550

Back to the future oder happy in the future?

Feb 12 • ARBEITEN, BLOG, ERFAHRUNG, RATGEBER, WACHSEN • 222 Views • Keine Kommentare zu Back to the future oder happy in the future?

Text: Mira Zawrzykraj   Fotos: Pexels.com

Was gäben wir nicht dafür, manchmal wie Marty McFly in unsere Zeitmaschine zu steigen und in die Vergangenheit zu verschwinden? Manche Entscheidungen anders zu fällen oder besser, rückgängig zu machen? Einmal mit dem Wissen aus der Zukunft unser heute vorteilhaft zu ändern. Jede von uns kennt den Moment, eine Entscheidung zu bereuen. Vielleicht hätten wir doch in die andere Richtung abbiegen sollen? Zu spät. Wir sitzen fest. Im Gegensatz zum Film gibt es im realen Leben leider kein Zurück mehr. Umso schwieriger fällt es uns also, wichtige Entscheidungen zu treffen. Was das Unterbewusstsein in Nanosekunden ständig macht, fällt dem Bewusstsein umso schwerer: Entscheidungen. Einen Weg einschlagen. Eine Richtung nehmen. Wo werden wir landen? Noch schwieriger wird es, wenn wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen…

2017 führte das berufliche Netzwerk XING eine Studie zur Berufswahl, den Wünschen und Vorstellungen zum Job in Deutschland durch. Was für unsere Kollegen im Norden gilt, gilt auch uns Schweizern in ähnlichem Masse. Jede von uns hat Kollegen im Freundeskreis, die oft über ihr Studium oder ihren Job jammern. Jede von uns kennt die Situation, wie sich unsere Freunde über ihre Arbeitskollegen beschweren oder ihren Chef in Frage stellen. Das passe nicht, dies sei unangenehm, und dann erst die Bezahlung – unter aller Sau. Es scheint so, als wären Menschen selten zufrieden.

 

Was uns am meisten an der Studie erschreckt hat: Die hohe Quote an Personen, die sich rückblickend für einen anderen Job entscheiden würden. Fast die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie nicht erneut denselben Karriereweg einschlagen würden. Wenn die Berufstätigen es nicht wissen, wie sollen wir dann wissen, ob wir uns für den richtigen Weg entschieden haben?

 

Wie zufrieden seid ihr mit dem Studium? Macht es euch Spass? Habt ihr konkrete Vorstellungen, welchen Beruf ihr später ausüben könnt? Wieso studiert ihr? War es eure Entscheidung oder haben euch eure Eltern dazu bewogen? Aus welchen Beweggründe haben diese euch an die Uni geschickt? Fragen über Fragen, die ihr euch sicherlich auch schon gestellt habt.

 

Die Studie hat die Berufstätigen auch dazu befragt, ob sie ihren Kindern den gleichen Weg empfehlen würden. Erschreckenderweise würden unsere Nachbarskollegen aus der Top-Führungsetage zu 58 Prozent ihren Kindern nicht empfehlen, in die gleichen Fussstapfen zu treten. Wenn also unsere Eltern nicht wissen, was gut ist, wie können sie sich so sicher sein, dass wir den richtigen Weg gehen?

 

Glücklicherweise zeigen wenigstens die Jungen, dass sie mit ihrer Jobwahl mehr oder weniger zufrieden sind (56 Prozent der jungen Berufstätigen unter 25 geben an, nichts an ihrer Entscheidung ändern zu wollen).

 

Surfen wir mal kurz durchs Netz. Immer wieder stossen wir auf Artikel, was bei der Arbeit wirklich wichtig ist. Es gibt hunderte von Theorien, wie Motivation funktioniert und wie das HR uns motiviert halten kann. Vielleicht studierst du an der Uni Wirtschaft und hast dich erst vor kurzem mit der Maslow’schen Pyramide beschäftigt. Oder bist über andere Organisationsprozesse gestolpert. Neben den Theorien werden wir mit Studien überhäuft, die nicht zwingend den Theorien entsprechen. Und was vor 50 Jahren wichtig war, ist heute bestimmt nicht mehr in gleichem Masse wichtig. Insofern verwundert es uns nicht, dass viele der älteren Berufstätigen (über 50+) mit ihrer Jobwahl nicht zufrieden sind.

 

Was macht denn einen guten Arbeitsplatz aus? Bestimmt nette Kollegen und ein gutes Klima. Ein Job, der Spass macht. Ein Job, der auch Sinn macht (so gut wie möglich). Die Moneten J. Schliesslich arbeiten wir, damit wir uns auch etwas leisten können, oder? In der Studie wurden die Teilnehmer auch zu diesem Punkt befragt. Spass scheint ein sehr wichtiger Faktor zu sein, der dazu beiträgt, dass wir mit unserem Job zufrieden sind. Und wenn wir dann noch daneben Zeit mit der Familie und Freunden verbringen können, so scheint die Welt schon nicht mehr so schlimm. Was ich aus persönlicher Sicht sagen kann: Je mehr du deinen Job liebst, also wirklich liebst, was du machst, desto glücklicher bist du. Lass dir nicht von anderen sagen, was gute Jobs sind. Wenn es nicht das ist, was dich glücklich macht, dann bringt es nichts. Klar, wir können dir diese Entscheidung nicht abnehmen. Und es dauert oft einen Moment, bist du herausfindest, was dir wirklich gefällt. Diese Zeit musst du dir gönnen. Aber du kannst auch bereits zu jüngeren Jahren Freude an gewissen Tätigkeiten haben. Ich merkte im Gymnasium, wie sehr das Organisieren von Events und anderen Veranstaltungen Spass machte. Unser Tipp: Schau mal, ob ein Job analog deiner Lieblings-Tätigkeiten nicht genau das sein könnte, was du später machen möchtest.

 

Wie hilft uns dies beim Fällen von Entscheidungen? Zuerst einmal, dein Studium ist der Anfang deiner Karriere. Frage dich also, macht dir das Studium Spass? Wenigstens ein bisschen? Interessiert dich das Thema wirklich? Wenn nicht, hinterfrag die Situation. Liegt es am Thema? Liegt es an den Kommilitonen? An der Art des Unterrichtes? Die Schweiz bietet viele Alternativausbildungen. Das soll nicht heissen, dass du dein Studium hinschmeissen sollst. Das heisst nur, du hast die Erlaubnis, das Fach zu hinterfragen. Und Wünsche auszusprechen. Da du den Job in Zukunft machen musst – weder deine Eltern, noch deine Freunde oder deine Geschwister – wäre es von Vorteil, er würde dir auch Spass machen!

 

Es gibt kein Rezept für die richtige Entscheidung, aber der Bauch und das Herz sind gute Quellen. Hobbies sind eine gute Ausgangslage das Gebiet zu finden, indem wir gut sind UND Spass an dem haben, was wir machen. DIES zum Job zu machen, das ist die Kunst. Eines Tages sagen zu können, ich liebe meine Arbeit und ich mache gerne, was ich mache. Fragt mal die Freunde eurer Eltern, wie es ihnen mit ihrem Job geht. Und die Eltern eurer Freunde. Lasst euch nicht einschüchtern. Dies heisst nicht, dass es euch so ergehen wird. Im Gegenteil, der Weg zum Glück ist sich selber zu erkennen und zu wissen, was einem Spass macht. Und sich dann zu informieren, welche Ausbildung es dafür gibt und den eigenen Weg zu verfolgen.

 

Mit sich im Reinen zu sein heisst, zu wissen wer man ist und was man will. Und dafür zu kämpfen, sein Ziel zu erreichen.

Comments are closed.

Related Posts

« »