CEO TALK – 10 FRAGEN AN DR. MAYA ZÜLLIG | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
Maya Zuellig

CEO TALK – 10 FRAGEN AN DR. MAYA ZÜLLIG

Apr 15 • INTERVIEWS, Karriere • 1864 Views • Keine Kommentare zu CEO TALK – 10 FRAGEN AN DR. MAYA ZÜLLIG

Girls Drive befragte Dr. Maya Züllig*, Gründerin und Managing Director von Züllig Consulting, zu ihrem Karriereweg samt Höhen und Tiefen.

Was war dein erster Berufswunsch als Kind bzw. als junge Frau?
Meine Interessen waren äusserst vielseitig und reichten vom Wunsch nach Gestaltung und Verständigung über die Faszination für Menschen und Technik bis zur Begeisterung für Theorien. Mein erster formulierter Berufswunsch war Unterhändlerin; entsprechend lernte ich neben fünf weiteren Fremdsprachen in der Schweiz der 70er-Jahre Russisch. Was mich nicht daran hinderte, mit einem ETH-Studium in Mathematik oder Physik zu liebäugeln. Die Fokussierung auf eine Studienrichtung fiel mir schwer – ich fühlte mich, als müsste ich in eine Amputation einwilligen. Nur mein ausgeprägter Wille, etwas zu bewirken, half mir, nicht ewig auf dieser «Kreuzung aller Möglichkeiten» zu verharren. Schliesslich entschied ich mich trotz der damaligen «Ärzteschwemme» für ein Studium in Humanmedizin.

Was war dein erster bezahlter Job?
Im Alter von 14 Jahren ein Sommerferienjob als Zeitungsverträgerin.

Welche Ziele und Wünsche hattest du während des Studiums?
Ich strebte nach einer Tätigkeit mit Abwechslung, Freiraum, Respekt und Einfluss – die mir überdies die Möglichkeit bot, international zu arbeiten. Zudem wollte ich mit meinem Wissen zum Wohl der Menschen und der Gemeinschaft beitragen.

Hast du diese Ziele erreicht?
Interessanterweise ja – wenn auch nicht so, wie ich mir dies vorgestellt hatte.

Was war für deine Karriere eine der wichtigsten Entscheidungen?
Mich von meinem inneren Feuer leiten zu lassen – und zu wechseln bzw. zu bleiben, obwohl die rationalen Argumente dagegen sprachen.

Hast du deine Karriere geplant?
Ja, aber ich musste feststellen, dass meine bewusste Planung viel weniger fähig war als meine weniger bewusste: Die Bilder, die ich mir von meiner Tätigkeit machte, trafen alle ein, die angestrebten Positionen oder Funktionen hingegen nicht.

Was liebst du noch heute an deinem Beruf?
Die Abwechslung, die Unabhängigkeit und den Einfluss; die ständige Weiterentwicklung der Systeme und der Health Technologies, sowie die Herausforderung, jeweils die dem Kunden optimal entsprechende Balance zwischen den verschiedenen Wertesystemen zu finden.

Was sind die grössten Stolpersteine für eine Frau auf der Karriereleiter?
Nicht genug von den Power Games in den fast ausschliesslich männlich besetzten Entscheidungsgremien zu verstehen, um mitspielen zu können, bzw. sich selber nicht genug treu zu bleiben, um dies auch lustvoll tun zu können.

Wann hattest du das Gefühl, beruflich angekommen zu sein?
Als ich alle meine Interessen und Ziele zusammenbringen konnte.

Worauf bist du zurückblickend am meisten stolz?
Dass ich bei der Weiterentwicklung der sozialen Krankenversicherung (KVG) in einigen Pattsituationen zu echten Lösungen beitragen konnte – und dass ich immer zu allen Parteien einen guten Kontakt fand.

 

*Dr. Maya Züllig blickt, nach einer initialen Karriere als Frauenärztin, auf 20 Jahre nationale und internationale Berufs- und Führungserfahrung in Gesundheitssystem-Evaluation und Health Technology Assessment (HTA) zurück. Sie hat einen Doktor der Medizin der Universität Basel, einen MAS in Public Health der Swiss School of Public Health und einen eidgenössischen Facharzttitel in Prävention und Gesundheitswesen; dazu spricht sie fliessend Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Maya ist Gründerin und Managing Director von Züllig Consulting, einem Beratungsunternehmen, das auf Wissenstransfer rund um evidenz-basierte Ressourcenallokation im Gesundheitswesen spezialisiert. Zudem präsidiert sie die medical women switzerland, den Berufsverband der Schweizer Ärztinnen, sowie die Medica Mondiale Foundation Switzerland, die Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten unterstützt.

Fragen: Girls Drive

Foto: Lorenza Balmelli

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