COACHING FOR COOL CATS – BERUFSEINSTEIGERINNEN ZWISCHEN WUNSCH UND WIRKLICHKEIT | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
Beatrice Erb

COACHING FOR COOL CATS – BERUFSEINSTEIGERINNEN ZWISCHEN WUNSCH UND WIRKLICHKEIT

Apr 17 • ARBEITEN, BLOG, ERFAHRUNG, First Job, Karriere, RATGEBER • 1942 Views • Keine Kommentare zu COACHING FOR COOL CATS – BERUFSEINSTEIGERINNEN ZWISCHEN WUNSCH UND WIRKLICHKEIT

Hochschulen geben Ihren Absolventen allerhand mit auf den Weg: solides Fachwissen, die Fähigkeiten zu wissenschaftlicher Arbeit und eigenständigem Denken. Die meisten jungen Akademiker, vor allem Absolventen von Fachhochschulen, durchlaufen während des Studiums ein oder mehrere Praktika. Trotzdem straucheln viele Studienabgängerinnen und -abgänger im ersten ernsthaften Job. Dazu tragen sicher die Unternehmen selber bei, die mit wohlklingenden Stellenangeboten an Tagungen und Job-Messen um junge karriereinteressierte Mitarbeitende werben. Manche Berufsneulinge hingegen nehmen an, sie würden sofort in Strategieprozesse involviert oder ein eigenes Team leiten. Die Realität liegt wohl irgendwo dazwischen. Doch was können Jobeinsteigerinnen für einen erfolgreichen und realistischen Start selber tun?

Ein Beispiel aus der Coaching Praxis:

Unspektakuläre Aufgaben und schwierige Arbeitskollegen
Lea tritt nach dem Wirtschaftsstudium in eine Consulting Firma, Bereich Wirtschaftsprüfung, ein. Voller Tatendrang stürzt sie sich in die berufliche Herausforderung und freut sich, endlich den Hörsaal mit echten Kundenkontakten, wahren Cases und realen Herausforderungen austauschen zu können. Doch nach wenigen Monaten stellt sich Unzufriedenheit ein. Nichts läuft wie erhofft. Unter «Ansprechperson für unsere Kunden» stellte sich Lea direkten Kundenkontakt vor und unter «tiefem Einblick in die vielfältige und spannende Welt unserer anspruchsvollen nationalen und internationalen Kunden» ganz sicher nicht tagelange Studien von Excel Sheets. Sie klagt über lange Arbeitstage, fehlendes Feedback und Schwierigkeiten mit einigen älteren Consultants. Lea ist frustriert. Schliesslich hat sie einen guten Studienabschluss hingelegt. Und sich damit den Eintritt in die Welt der grossen Karriere gesichert. Wirklich? Wie nah oder fern sich Wunsch und Wirklichkeit hier tatsächlich sind, beleuchten wir anhand drei wesentlicher Fragen:

1. Sind die Grundvoraussetzungen für diesen Job vorhanden?
Wer Erfolg haben will braucht die richtigen Grundvoraussetzungen. Diese werden mittels Analysen und Eignungstest geklärt. (Siehe auch meine Kolumne in Girls Drive No. 11, Winter 2015 «Präferenzen, Kompetenzen, Motivation»)

1. Ist der Werkzeugkasten gefüllt?
Unrealistische Vorstellungen verstellen nicht selten den Blick. Senior Partner wird man nicht nach einem Jahr, sondern nach vielen Jahren gesammelter Erfahrung. Und damit ist die Praxiserfahrung das A und O, egal von welcher Schule man kommt. Sie ist für den weiteren Erfolg mindestens ebenso matchentscheidend. Für eine solide Karriere braucht es nicht nur einen soliden Werkzeugkasten sondern auch das Wissen, welches Werkzeug man wann, wo und wie einsetzt.

2. Wie gut sind Kommunikationsfähigkeit und Auftreten entwickelt?
Wer Karriere machen will braucht die Fähigkeit zu kommunizieren, zu interagieren und mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten konstruktiv im Kontakt zu sein. Gut also, dass in Leas Arbeitsumgebung nicht nur nette Arbeitskollegen sind. Dadurch erhält sie die Gelegenheit herauszufinden, wie sie gerade mit denen besser, einfacher, konstruktiver und wirksamer umgehen kann.

Selbstverständlich wird Lea mit ihrer Vorgesetzten über Ziele und Arbeitsinhalte sprechen müssen. Auch werden Selbstmanagement, Umgang mit Stress und Frustration Thema des Coachings sein. Doch von grösster Bedeutung für die erfolgreiche Karriere von Lea sind ihre Tools, mit denen sie selber aktiv auf ihr Umfeld Einfluss nehmen kann. Denn Studienabschluss und Anfangsjahre gehören bald schon der Vergangenheit an. Und dann wird sich Lea von ihren Mitbewerbenden abheben. Weil sie die kleinen wirksamen Hebel kennt. Die, die einen grossen Unterschied machen. Vielleicht noch nicht heute, aber ganz bestimmt morgen.

Text: Beatrice Erb*
Foto: Tabea Vogel

*Beatrice Erb, Inhaberin von BPULSE GmbH, Winterthur, ist Assessorin und Coach, sowie Expertin für Personal- und Organisationsentwicklung im Spannungsfeld Strategie, Struktur und Kultur.

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