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DER STARKE ERSTE EINDRUCK: SO GEHT’S

Mai 1 • BLOG • 1997 Views • Keine Kommentare zu DER STARKE ERSTE EINDRUCK: SO GEHT’S

Authentizität beginnt mit dem ersten Eindruck. Wahrscheinlich verrate ich Dir nichts Neues, wenn ich Dir sage, dass Du diesen ersten Eindruck, den Du bei anderen Menschen hinterlässt, bewusst beeinflussen kannst.

Du hast dazu zwischen 150 Millisekunden und 90 Sekunden – so lange dauert es in etwa, bis Menschen sich einen ersten Eindruck von ihrem Gegenüber gebildet haben. Aber: Kein Stress! Du musst in dieser kurzen Zeit nicht unbedingt etwas Super-Intelligentes sagen. Natürlich schadet es auch nicht, wenn Du es tust – aber Tatsache ist, dass für den ersten Eindruck zu 90 Prozent der gepflegte, selbstbewusste Auftritt entscheidend ist und nur zu 10 Prozent das, was Du sagst. Augen und Gehirn Deines Gegenübers arbeiten in den ersten Augenblicken des Sich-Kennenlernens auf Hochtouren. Forscher glauben, dass wir binnen Sekunden Millionen von Bits (Bildinformationseinheiten) unterbewusst wahrnehmen können und bewusst etwa 40 bis 60 Bits. Es lohnt sich also, sich genauer zu überlegen, was man für einen guten ersten Eindruck tun kann. Den gepflegten äußeren Auftritt haben wir in den letzten Blogs schon kurz angesprochen. Daneben solltest Dir stets dessen bewusst sein, dass Deine Körpersprache einiges über Dich aussagt, noch bevor Du den Mund aufmachst. Deine Befindlichkeit wird sich immer über Deinen Körper ausdrücken. Wenn Du Dich beispielsweise bei einem gesellschaftlichen Anlass nicht wohlfühlst und den Abend viel lieber allein zu Hause verbringen wolltest, darfst Du darauf wetten, dass Deine Füße Deine eigentlichen Absichten deutlich verraten. Schau doch beim nächsten Stehempfang mal, was Deine Füße und die Deines Gegenübers so alles treiben. Sind sie breit oder eng aufgestellt? Wohin zeigen die Fußspitzen? Sind die Füße ruhig oder ständig in Bewegung?
Doch von vorne, oder besser: von oben angefangen, nämlich beim Kopf. Über diesen Bereich unserer Körpersprache haben wir am meisten bewusste Kontrolle. Wir machen ein Pokerface, wenn wir unsere Gefühle für uns behalten wollen, und wir setzen unsere Mimik bewusst ein, um bei anderen etwas zu erreichen.

Arme, Beine und Bauch kontrollieren wir schon weniger bewusst – hier drückt sich unser seelisches Befinden oft unmittelbarer aus als im Gesicht. Generell gestikulieren Frauen mehr als Männer. Und je höher Menschen in der sozialen Hierarchie angesiedelt sind, umso weniger Gesten zeigen sie im Allgemeinen. Wie intensiv wir gestikulieren, hängt aber auch davon ab, in welchem Kulturkreis wir aufwachsen. Deutsche und Schweizer gestikulieren meist weniger als Franzosen, die wiederum mit ihren Gesten sparsamer sind als beispielsweise Italiener.

Vom Bauchnabel bis zum Steißbein zeigen sich unsere Sinnlichkeit und Sexualität sowie unser generelles Aktivitätslevel. In dieser Zone unserer Körpersprache drücken sich unsere menschlichen Grundbedürfnisse aus, aber auch, welchen Dominanzanspruch wir haben. Wir alle kennen das breitbeinige Sitzen bei Männern, aber auch den nach außen gereckten Po bei Frauen – typisch männliche bzw. weibliche Gesten, die zeigen sollen:

„Seht her, ich stelle etwas dar, ich bin jemand!“

Rückt Dir jemand, den Du nicht kennst, sehr nahe auf die Pelle, ohne dabei irgendein Anzeichen von Sympathie für Dich zu zeigen, wird er oder sie bei Dir höchstwahrscheinlich keinen allzu guten ersten Eindruck hinterlassen. Du wirst dieses Verhalten zu Recht als Dominanzgeste deuten: Hier demonstriert der andere seine Macht, indem er Deine Grenzen überschreitet.
Hier sind die Top Ten einer selbstbewussten Körpersprache, mit der Du im Gespräch und insbesondere bei Erstkontakten Deine Frau stehen und bei Deinem Gegenüber punkten… und sich gleichermaßen Sympathie wie Respekt verschaffen, kannst.
1. Händedruck: Zwei bis drei Sekunden sollte er dauern, nicht zu fest und nicht zu leicht sein. Deine Handinnenfläche sollte die Deines Gegenübers berühren, und mit dem Daumen umschließt Du die Hand des anderen. Damit vermittelst Du Selbstbewusstsein und kommunizierst auf Augenhöhe.
2. Lächeln, lächeln, lächeln… ein Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen.
3. Blickkontakt: Schaue dem anderen etwa zwei bis drei Sekunden lang gerade in die Augen und wiederhole dies immer wieder. Den Kontakt länger zu halten kann dazu führen, dass Dein Gegenüber sich (bedrohlich) angestarrt fühlt; weniger Blickkontakt kostet Dich den Kontakt zum anderen.
4. Blickintensität: Als Zuhörende hast Du 60 bis 70 Prozent der Gesprächszeit Blickkontakt; als Sprechende nur 30 bis 40 Prozent. Wenn Du den größeren Redeanteil hast schaue Dein Gegenüber öfter an – Du gewinnst mit dem, was Du zu sagen hast, dann eher das Vertrauen des anderen.
5. Körperhaltung: Aufrecht und offen sollte sie sein. Also: Kopf hoch, Körperspannung, Arme offen, Beine hüftbreit aufgestellt. Du kannst das zu Hause üben – am besten dann, wenn Dich keiner sieht: mit einem Buch auf dem Kopf und einem Geldstück zwischen den Pobacken.
6. Körperkontakt: Berühre Deinen Gegenüber immer mal wieder leicht am Ober- oder Unterarm. So baust Du eine persönliche Beziehung auf.
7. Fußposition: Achte darauf, dass Deine Fußspitzen zum anderen hin zeigen. Nur dann bist Du wirklich „im“ Gespräch und dem anderen zugewandt. Alles andere wird Dein Gegenüber, ohne es selbst zu merken, völlig zu Recht als Indiz dafür interpretieren, dass Du gerade lieber woanders wärst …
8. Dein Oberkörper sollte ganz leicht in Richtung Deines Gegenübers vorgebeugt sein. Diese sogenannte „assoziierte“ Körperhaltung sagt dem anderen: Ich bin ganz bei dir.
9. Nicken, Hörersignale, leicht geöffneter Mund: Auch auf diese Weise signalisierst Du Zugewandtheit und Interesse. „Hmmm“, „Aha“ oder, wenn’s passt, auch „Nein!“, „Echt?“, „Wow!“ oder „Unglaublich!“ zeigen dem anderen, dass Du aktiv zuhörst.
10. Sitzposition: Wenn Du die Möglichkeit hast, mit dem anderen über Eck zu sitzen, nutze Sie sie. Diese Sitzposition schafft Nähe.
Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim ersten Eindruck! Mehr zu mir findest Du unter www.tatjanastrobel.ch

 

Text: Tatjana Strobel
Foto: Silvia Michels

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