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ENTSCHEIDEN LEICHT GEMACHT

Dez 15 • Allgemein, BLOG, GENIESSEN, HIRN AN, HIRN AUS, Lifestyle, WACHSEN • 1386 Views • Keine Kommentare zu ENTSCHEIDEN LEICHT GEMACHT

Nie war es schwieriger als in unserer heutigen Multioptionengesellschaft Entscheidungen zu treffen. Bis zu 20’000 Entscheidungen pro Tag sollen es gemäss wissenschaftlichen Erkenntnissen sein. Trinke ich heute Morgen Kaffee oder Tee? Nehme ich das Fahrrad oder den Bus? Kaufe ich lieber die günstigen oder teuren Tomaten? Wenn man darüber nachdenkt, kommt einen diese riesen Zahl an Entscheidungen gar nicht mehr so abwegig vor.

Nicht nur tägliche Alltagsentscheidungen wollen gefällt werden, viel schwieriger ist es Entscheidungen zu fällen, welche die berufliche Laufbahn oder die Studienwahl betreffen. Hat man sich einmal entschieden, ist es, anders als im Alltag, nicht so leicht seine Wahl rückgängig zu machen. Viele tuen sich bei solchen Entscheidungen verständlicherweise schwer. Doch wie so oft im Leben kann auch hier Abhilfe geschafft werden. Hilfestellung in Form von Ratgebern und  Tipps sind zahlreich und sicherlich auch hilfreich. Wer jedoch zu den Personen gehört, die eine interaktive Informationsaufnahme mit allen Sinnen bevorzugen, sollte sich einen Ausflug nach Lenzburg überlegen. Dort findet nämlich seit September 2012 die Ausstellung „Entscheiden. Eine Ausstellung über das Leben im Supermarkt der Möglichkeiten“ statt, die nun zum zweiten Mal bis April 2014 verlängert wurde. Letzte Chance also die Ausstellung noch zu besuchen.

Der Besucher beginnt seinen Rundgang in dem er am Eingang eine Einkaufstüte auswählt. Auf seinem Weg durch die Ausstellung muss er immer wieder Entscheidungen treffen und auswählen. So kann er Punkte sammeln. Am Ende des Rundgangs werden an der Kasse die getroffenen Entscheidungen ausgewertet und jeder Besucher erhält Auskunft darüber welcher Entscheidungstyp er ist  sowie drei persönliche Tipps für eine leichtere Entscheidungsfindung. Eine Station auf dem Rundgang betrifft auch die Karriere. Die Ausstellung spricht wegen ihrer breiten Ausrichtung die ganze Familie an. Wieso also nicht beispielsweise am nahenden Stephanstag einen Ausflug mit der Familie nach Lenzburg unternehmen?

Um das Bewusstsein für das tägliche Entscheiden etwas anzuregen, habe ich spannende Tipps aus der Harvard Business Review für euch herausgesucht, die zu besseren Entscheidungen führen können:

1. „Anchoring“ ist das Problem der Übergewichtung der ersten Informationen, die man erhält. Doch nicht immer ist das Erste auch das Beste, auch wenn die Option plausibel klingen mag. Besser auch weitere Informationen berücksichtigen, um eine ausgeglichene Entscheidung fällen zu können.

2. Status Quo: Viele Menschen fällt es schwer sich an Neues zu gewöhnen. Immer wieder fällen sie deshalb Entscheidungen, die den Status Quo bestätigen. Dass dies nicht immer optimal ist, dürfte klar sein. Deshalb sollte man sich immer auch fragen, ob der Status Quo wirklich so zufriedenstellend ist oder ob sich eine grosse Veränderung lohnen würde.

3. Selektive Informationsaufnahme vermeiden: Dies geht ihn die gleiche Richtung wie das Beibehalten des Status Quos. Da wir unbewusst versuchen die Komplexität der Informationsaufnahme zu vereinfachen, laufen unbewusste Abläufe statt, die dazu führen, dass wir nur selektiv Informationen aufnehmen, die nicht mit bestehenden Informationen im Konflikt stehen (siehe auch „Kognitive Dissonanz„). Um dies zu vermeiden, kann man sich beispielsweise bei einer Entscheidungen mit jemanden zusammensetzen, der den Auftrag bekommt entgegegen der eigenen Meinung zu argumentieren. Dies erweitert die eigene Perspektive.

4. Kurzfristig vs. langfristig: Oft werden die langfristigen Auswirkungen einer Entscheidung zugunsten der kurzfristigen vernachlässigt. Dies kann fatale Folgen haben und muss deshalb im Entscheidungsprozess mitberücksichtigt werden.

Ebenfalls sehenswert ist der TEDx Talk der britischen Journalistin Rebecca Stephens, die über die Rolle der Emotionen im Entscheidungsprozess spricht.

In diesem Sinne allen einen schönen Sonntag, der hoffentlich nicht all zu schwere Entscheidungen mit sich bringt.

Text: Priscilla Müllhaupt

Beitragsbild: Erica Zabowski/Flickr – Creative Commons (keine Änderungen vorgenommen)

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