FRAUENMESSE SCHWEIZ: „DIE OPTION MISSERFOLG GAB ES NICHT“ | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
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FRAUENMESSE SCHWEIZ: „DIE OPTION MISSERFOLG GAB ES NICHT“

Jan 14 • ARBEITEN, BLOG, ERFAHRUNG, Events, GIRLS DRIVE EVENTS, Karriere, TEILNEHMEN • 2872 Views • Keine Kommentare zu FRAUENMESSE SCHWEIZ: „DIE OPTION MISSERFOLG GAB ES NICHT“

Lisa Chuma ist die Gründerin und Geschäftsführerin der Frauenmesse Schweiz, welche am 26. Mai 2013 erstmals ins Leben gerufen wurde. Die gebürtige Zimbabwerin und in Grossbritannien aufgewachsene Lisa Chuma (29) hat es zu ihrer Passion und Berufung gemacht anderen Frauen bei der Verwirklichung ihrer Träume zu helfen. An der Frauenmesse erhalten Unternehmerinnen eine Plattform sich der Öffentlichkeit vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.

Girls Drive: Sie sind in Zimbabwe geboren, einem der ärmsten Länder der Welt. Als Sie ein kleines Mädchen waren, was waren Ihre Träume und Wünsche für die Zukunft?
Lisa Chuma: Als ich aufwuchs, sah ich meine Mutter oft als Opfer von häuslicher Gewalt. Ihre weiblichen Freunde waren immer fürsorglich und liebevoll für sie und für mich da. Von da an hatte ich den Wunsch, anderen Frauen zu helfen und sie zu unterstützen. Ich möchte etwas zurückgeben. Ich denke, viele Frauen brauchen Ermutigungen ihre Träume wahrwerden zu lassen unabhängig von ihrer Situation.

Sie wohnen seit einigen Jahren mit ihrer Familie in der Schweiz. Nach nur 18 Monaten in der Schweiz haben Sie die erste Frauenmesse 2013 erfolgreich auf die Beine gestellt. Wie haben Sie dies so schnell geschafft?
Um ehrlich zu sein, es war überhaupt nicht einfach. Ich netzwerkte Tag und Nacht. Ich klopfte an so vielen Türen, wie ich konnte und fragte um Unterstützung für die Ausstellung. Ich machte meinen eigenen Traum wahr und ergriff jede Gelegenheit. Die Option Misserfolg gab es nicht. Der Event wurde ein voller Erfolg, weil es meine grosse Passion ist. Es ist nicht nur mein Erfolg, sondern der Erfolg aller, die an meine Vision glaubten.

Was ist Ihre Vision der Frauenmesse?
Wir fördern, vernetzen und präsentieren Unternehmerinnen von heute und inspirieren, ermutigen und stärken Unternehmerinnen von morgen.

Was war Ihre Motivation, die Frauenmesse zu gründen?
Nach intensiven Recherchen und Gesprächen realisierte ich, dass Frauen, welche ein kleines bis mittleres Unternehmen haben, oft die Zeit und Ressourcen fehlen, ihr Business voranzutreiben. Ich dachte, eine Ausstellung, wo sie sich zeigen, vorstellen und verknüpfen können, macht Sinn. Wir helfen Frauen ihre Kundenstämme zu vergrössern und ihre Idee persönlich vorzustellen. Auch habe gemerkt, dass es einen Gap zwischen lokalen und nicht einheimischen Unternehmerinnen gibt. Mit der Frauenmesse versuchen wir die beiden Communities zusammenzubringen und sie zu einer Zusammenarbeit zu ermutigen. Zudem bin ich der Überzeugung, dass weibliche Vorbilder und Mentoren sehr wichtig sind. Die Frauenmesse gibt jungen Frauen die einmalige Möglichkeit persönlich mit Geschäftsfrauen in Kontakt zu kommen, Beziehungen aufzubauen und Mentoren zu finden.

Denken Sie, es gibt zurzeit zu wenig weibliche unternehmerische Rollenvorbilder? Wer sind Ihre weiblichen Vorbilder in Ihrer Karriere?
Ja, es gibt zu wenig weibliche Rollenvorbilder. Frauen in der Schweiz, die mit ihrem Unternehmen erfolgreich sind, sollten ihre Geschichten mit anderen teilen. Sie sollten über ihren Weg reden und wenn möglich, Zeit finden, um als Mentorin für junge Frauen agieren. Mein Vorbild hier in der Schweiz bezüglich Unternehmertums ist Ewa Ming, was ich von ihr lernen konnte, ist unbezahlbar. Generell ist Michelle Obama mein Vorbild.

Wie erleben Sie das weibliche Unternehmertun in der Schweiz?
Für mich ist sehr inspirierend und ermutigend viele weibliche Unternehmerinnen zu sehen. Auch gibt es viele gute und hilfreiche Events für weibliche Unternehmerinnen in der Schweiz. Einzig sehe ich ein Problem im Gap zwischen lokalen und nicht einheimischen Unternehmerinnen. Es wäre grossartig, wenn die zwei Communities enger zusammenkommen würden. Ich mache mir bewusst die Mühe an Schweizerdeutsche Events zu gehen, auch wenn ich kaum ein Wort verstehe. Das ist keine Einschränkung für mich. Ich will ein Teil der Community sein und mit anderen in Verbindung stehen. Es wäre schön, wenn dies andere Frauen gleichtäten.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft? Denken Sie daran, wieder nach Zimbabwe zurückzukehren um dort etwas aufzubauen?
Nein, im Moment nicht. Aber die Zukunft ist voller Möglichkeiten. Im Moment liegt mein Fokus stark im Aufbau der Marke Frauenmesse Schweiz.

Die nächste Frauenmesse findet am 25. Mai 2014 in der Messe Zürich und am 16. November 2014 in Genf statt.
Mehr Infos unter: www.frauenmesse.ch

Fotos: Frederike Asael
Interview: Linda Roniger

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