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GRÜNER LIFESTYLE – UMWELTBEWUSSTE MODE, REGIONALE FRÜCHTE UND GETEILTE URBANE GARTENPFLEGE

Mrz 30 • BLOG, Lifestyle • 1202 Views • Keine Kommentare zu GRÜNER LIFESTYLE – UMWELTBEWUSSTE MODE, REGIONALE FRÜCHTE UND GETEILTE URBANE GARTENPFLEGE

Das Thema Nachhaltigkeit ist auch im Jahr 2016 noch in aller Munde: Es hält zunehmend Einzug in trendbewusste Kleiderschränke und ist mittlerweile Teil verschiedener Lebensbereiche. Denn nachhaltige Mode, Ernährung und Mobilität sind mehr als „nur“ Umweltbewusstsein, sie repräsentieren zunehmend eine ganzheitliche und moderne Lebenseinstellung sowie eine innere Haltung.

 

Nachhaltigkeit – ein facettenreicher Trend
Ob „grüne Mode“, regionale Bio-Produkte, der geteilte innerstädtische Garten oder das Carsharing – ein umweltbewusstes Leben liegt zunehmend im Trend und die Konsumlandschaft sowie städtische Konzepte machen es Verbrauchern immer leichter an einer nachhaltigen Lebensweise teilzuhaben. Nachhaltige Güter, lokales Gemüse oder das Teilen – was im Rahmen des Nachhaltigkeitstrends zunehmend das Besitzen ablöst – von Autos, selbst angepflanzten Lebensmitteln oder Kleidung schützen Ressourcen und schärfen das eigene Bewusstsein für den Zukunftstrend Nachhaltigkeit.

 

Slow Fashion: Den Modekonsum auf Nachhaltigkeit trimmen
Immer mehr Designer und auch grosse Modeunternehmen bieten nachhaltige und fair produzierte Mode an. Die nachhaltigen Kleidungsstücke haben sich ihren Stand in den Läden erkämpft und sich von einem angestaubten „Öko-Image“ und der Assoziation mit „kratzender Baumwolle“ gelöst, so dass sich ein Gegenbegriff zur Fast Fashion entwickelte – und zwar Slow Fashion. Fast Fashion steht für Massenware, die nach der Präsentation der neusten und vor allem kurzlebigen Trends, an die Verbraucher gebracht wird. Bei der Produktion werden meist Unmengen an Ressourcen verbraucht – für ein Kilogramm Baumwolle allein Tausende von Litern Wasser – und zudem werden oft schädliche Pestizide sowie giftige Stoffe zur Veredelung eingesetzt. Dagegen wirkt das Konzept von Slow Fashion dem Massenkonsum entgegen und steht für eine Entschleunigung der schnelllebigen Modeindustrie und die Konzentration auf eine umweltschonende Produktion und Ressourcennutzung (Bio-Baumwolle), einen fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen sowie Langlebigkeit und kurze Produktionsketten durch lokale Produzenten. Für die nachhaltige Produktion werden mittlerweile verschiedene natürliche und innovative Materialien genutzt, wie zum Beispiel Fasern aus Milch oder Algen, die nicht nur die Umwelt, sondern auch die Haut schützen und pflegen.

Mit der nachhaltigen Ressourcennutzung und Produktion kommt Slow Fashion nach diesem Interview dem sich verändernden Konsumverhalten moderner Verbraucher entgegen und erfüllt deren Wunsch nach mehr Transparenz hinsichtlich der Produktionskette oder der Rohstoffgewinnung. Diese Transparenz findet ihren Platz mittlerweile direkt auf der Kleidung – und zwar durch verschiedene Gütesiegel. Während die „grüne und gesiegelte Mode“ bereits auch bei einigen bekannten Modeketten Einzug gehalten hat, gibt es vor allem online immer mehr Designer, die fair und nachhaltig produzierte Mode und Accessoires sowie Kleidung aus upcycelten und umweltschonenden Ressourcen anbieten und bequem nach Hause liefern. Neben der Neuware kann sich Second-Hand-Ware nach Hause geschickt werden lassen, die zudem auf Online-Plattformen zum Tausch angeboten wird. Tausch-Aktionen, die einen nachhaltigen Umgang mit Mode fördern, liegen immer mehr im Trend und sind Teil der Slow-Fashion-Bewegung. In verschiedenen Städten werden bereits so genannte „Swap-Parties“ (auch Kleidertauschbörse, Kleidertauschparty oder Swap Shop) organisiert, auf denen zwischen Cocktails und Beauty-Anwendungen persönliche Kleidungsstücke eintauscht werden können. Die Teilnehmerinnen erhalten gut erhaltene Kleidung, die die Fashionistas keinen Cent, sondern nur ein ausgedientes Kleidungsstück kostet – frei nach dem Motto „swappen statt shoppen“.

 

Nachhaltigkeit für Umwelt, Region und Gesundheit: Der saisonale Ernährungsplan
Globalisierung sei Dank – die Supermärkte bieten mittlerweile fast das ganze Jahr über eine breite Auswahl an Gemüse- und Obstsorten an. Jedoch ist das vielfältige Angebot mit langen Transportwegen verbunden, auf denen schädliches C02 in die Atmosphäre gelangt und viel Energie für den Betrieb von Treib- und Lagerhäusern verbraucht wird. Wer nachhaltig handeln möchte, setzt auf regionale und saisonale Produkte, die kurze Transportwege haben. Sie sind erntefrisch und es gehen kaum Vitamine verloren. Zudem werden mit dem Kauf der Produkte die regionale Landwirtschaft unterstützt und somit Arbeitsplätze erhalten. Zu den saisonalen Lebensmitteln im Frühjahr gehören neben Spargeln und Erdbeeren unter anderem Kohlrabi, Spinat und Rhabarber.

Tipps für eine nachhaltige Ernährung:
>Auf regionale und saisonale Produkte setzen.
> Wenig Fleisch verzehren.
> Auf Produkte mit Palmöl verzichten.
> Nur nach Bedarf kaufen und nur in den Mengen, die auch verzehrt werden – vor allem bei schnell verderblichen Lebensmitteln.

Frau mit Obst und Gemse vom Wochenmarkt

Städtisches Gärtnern in der Freizeit – nachhaltiges „Urban Gardening“
Den letzten Pfiff können den regionalen Produkten unter anderem Kräuter aus eigenem Anbau verleihen, die neben Frühlingsblumen mitten in städtischen Grünoasen gedeihen. Das so genannte Urban Gardening beinhaltet verschiedene Konzepte der urbanen Landwirtschaft (zum Beispiel Gemeinschaftsgärten, interkulturelle Gärten, City Farms, Firmengärten oder Schulgärten), die nachhaltige Ökologie und Ökonomie sowie Soziales miteinander verbinden. In den Gärten versammeln sich verschiedene Generationen und Kulturen, sie sorgen für Arbeitsplätze (Mieter und Selbsterntegärten oder Landwirtschaft in Naturschutzgebieten) sowie für den Erhalt und das Hinzukommen von „grünen Oasen“ in der Stadt. In Zürich, Bern oder Luzern gibt es bereits mehrere Projekte im Bereich Urban Gardening und allein in Basel unterstützt die Organisation „Urban Agriculture Basel“ insgesamt 40 verschiedene Garten-Projekte. Darunter finden sich diverse Mitmach-Projekte, wie die UniGärten, in denen Studenten regionale und saisonale Nahrungsmittel anpflanzen und damit eine umweltverträgliche Nahrungsmittelherstellung sowie den Aufbau einer natürlichen Vielfalt an Nutzpflanzen unterstützen. Zudem gibt es auch das „Urban Bees Project“, welches sich für den Erhalt der lokalen Bienenfauna einsetzt und ihnen Nistplätze oder Bienenweiden bietet. Die modernen Gartenkonzepte reichen vom Nutzdach bis hin zum „Soup & Chill“ Projekt, welches einen zunächst ungenutzten Garten eines Gebäudes, das Menschen im Winter zum Aufwärmen dient, begrünt und die angepflanzten Produkte zur Bewirtung der Gäste nutzt. Wer am nachhaltigen Urban Gardening teilnehmen möchte, welches den modernen Nachhaltigkeitssinn unterstützt, kann sich unter anderem beim Basler Verein für ein Projekt anmelden oder selber eine grüne Nutzfläche im Stadtgebiet bewirtschaften.

Was bringt die urbane Gärtnerei für ein nachhaltiges Leben?
> Lokale Nahrungsmittelherstellung sowie schnell verfügbare und frische Konsumgüter: Keine langen Transportwege und Einsatz von Pestiziden und freie Verfügbarkeit von Lebensmitteln (selbst gepflücktes Obst).
> Mikroklima in der Stadt verbessert sich: Bäume und Hecken fangen den Feinstaub ab, der sich auf den Blättern festsetzt und somit nicht in der Luft verbleibt.
> Allgemeine Auswirkungen: Sensibilisierung für eine nachhaltige Stadtentwicklung und Lebensweise sowie der soziale Austausch zwischen verschiedenen Generationen und Kulturen.

 

Car- und Velosharing– nachhaltige Mobilität zum Teilen

Das Velo gehört zu den umweltbewusstesten und somit auch nachhaltigsten Fortbewegungsmitteln, welches es nicht zuletzt aufgrund seiner Popularität bereits in stilvollen und nachhaltigen Varianten gibt. Und das umweltbewusste Velo wird zunehmend geteilt – denn Bikesharing liegt im Trend. Schweizweit gibt es circa 100 Stationen an denen ungefähr 1’000 Velos und auch E-Bikes von verschiedenen Anbietern zu unterschlichen Konditionen ausgeliehen werden können, um damit durch die Stadt oder zur Universität zu fahren – unter anderem gibt es Studentenrabatte.

Row of bikes available to sell or rent

Auch das Auto wird immer häufiger geteilt und nicht besessen, was eine nachhaltige und effiziente Mobilität unterstützt, die zudem kostengünstiger als der eigenen PKW ist. Während dieser oft vor dem Universitätsgebäude oder auf städtischen Parkplätzen verweilt und meist mehrere Stunden am Tag öffentliche Flächen blockiert, ist das Carsharing-Fahrzeug in der Regel an bestimmte Parkstationen gebunden. Wer das Carsharing nutzt, ist nicht nur flexibel, sondern sorgt auch für eine Verbesserung der Luftqualität in den Städten, denn die meisten Carsharing-Anbieter verfügen über Fahrzeuge, die energieeffizient sind und zudem nur geringe Mengen CO2 an die Luft abgeben. Ausserdem ist das „Autoteilen“ meist kostengünstiger als die Anschaffung und der Unterhalt eines eigenen PKWs, denn Leistungen, wie die KFZ-Versicherung, Reparatur- und Spritkosten sind oft pauschal im Mietpreis enthalten. Neben der Anmeldegebühr fallen meist auch keine monatlichen oder jährlichen Gebühren an, sondern ausschliesslich bei einer Nutzung.

 

Text bearbeitet von Isabel Steinhoff
Bilder:
Abbildung 1: © ViewApart – fotalia.com (#67632780)
Abbildung 2: © Daniel Ernst – fotalia.com (#64665848)
Abbildung 3: © joey333 – fotalia.com (#96209268)

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