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HANDY-ABSTINENZ FÜR SAUBERES TRINKWASSER

Mrz 11 • Allgemein, BLOG, GESELLSCHAFT, GIRLS DRIVE WORLD, HIRN AN, WACHSEN • 2300 Views • Keine Kommentare zu HANDY-ABSTINENZ FÜR SAUBERES TRINKWASSER

Seien wir mal ehrlich, unsere Mobiltelefone haben einen grossen Teil unseres Alltags fest im Griff. Kaum jemand schaut am Morgen noch die Zugverbindungen für den Abend nach, E-Mails werden rund um die Uhr im Zug, in der Vorlesung und sogar auf dem stillen Örtchen gelesen und wenn wir gerade nicht anderweitig mit SMS, WhatsApp oder sonstigem Texten beschäftigt sind, öffnen wir aus Langeweile gerne mal die eine oder andere App. Mal davon abgesehen, dass man dem Fortschritt der Technik natürlich auch Positives abgewinnen muss, fehlt im Alltag doch oft der kritische Gedanke an unsere Abhängigkeit von technischen Spielereien, wie eben unsere Smartphones. Schnell geht auch vergessen, dass sich immer noch Menschen in anderen Erdregionen mit sehr viel schlimmeren Problemen als dem schwindenden Handyakku herumkämpfen müssen. Für uns klare Selbstverständlichkeiten, wie beispielsweise sauberes Trinkwasser, fehlen anderorts.

Mit diesem Gedanken als Ausgangspunkt hat UNICEF eine Challenge ins Leben gerufen: Das UNICEF Tap ProjectFür alle 10 Minuten, die man sein Handy nicht berührt, wird von den teilnehmenden Sponsoren das Äquivalent zu einem Tag sauberem Trinkwasser an hilfsbedürftige Betroffene gesponsert. Nach Angaben von UNICEF kann mit nur 1 $ einem Kind in Not 40 Tage sauberes Trinkwasser garantiert werden. Vielerorts wird dies dringend benötigt, denn für rund 768 Millionen Menschen weltweit ist der Zugang zu sauberem Wasser leider immer noch nicht gewährleistet.

Noch bis am 31. März 2014 kann an der Aktion teilgenommen werden, indem man die App herunterlädt oder mit dem Handy die Webseite uniceftapproject.org besucht. Die Kontrolle über die Handy-Abstinenz funktioniert über den Bewegungssensor des Gerätes. Wenn man das Handy auf eine feste Oberfläche abgelegt hat, beginnt ein Timer die Zeit zu stoppen, der weiter läuft bis der Bewegungssensor eine Bewegung registriert. Facts zum Projekt und hilfreiche Infos auf dem Bildschirm motivieren die Teilnehmer in ihrem Vorhaben das Handy so lange wie möglich nicht wieder in die Hand zu nehmen, um so das Projekt zu unterstützen. Auf der UNICEF Facebookseite teilen zudem viele Unterstützer ihre neuen Rekorde mit der Welt.

So toll die Idee auch ist, um eine kritische Würdigung kommt sie nicht herum. Das Projekt wurde von UNICEF USA ins Leben gerufen und durch weitere Aktionen  unterstützt. Auf der Webseite wird jedoch nirgends klar deklariert, ob die Teilnahme ausserhalb der USA überhaupt ebenfalls registriert wird. Des Weiteren funktioniert die Spendenaktion der Sponsoren hürdenweise: Erst wenn ein Betrag von 25’000 US-Dollar erreicht wird, erfolgt die eigentliche Spende. Nach oben hin sind die Spenden begrenzt. Bei welchem Betrag jedoch die Grenze liegt, bleibt dem Nutzer vorenthalten. Somit handelt es sich wohl um eine Spende der Sponsoren, die höchstwahrscheinlich auch ohne Teilnahme an der Handy-Challenge vorgenommen worden wäre.

Nichtsdestotrotz zählt meiner Meinung nach der Gedanke dahinter. Und ein kleines Timeout von unseren elektronischen Begleitern tut uns schliesslich ab und zu auch ganz gut.

Text: Priscilla Müllhaupt
Beitragsbild: Diganta Talukdar/Flickr – Creative Commons (unmodified)

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