Hangover in Bangkok | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
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Hangover in Bangkok

Jan 23 • BLOG, Lifestyle • 1255 Views • Keine Kommentare zu Hangover in Bangkok

Puh, endlich! „Sawadee khaaaaa“ begrüsst man uns lächelnd und verneigend, als wir uns in die königlich-violetten Sessel der Thai Airways fallen lassen.

Wieso muss das eigentlich immer so ein Stress sein, sich endlich von den To-dos zu lösen und für den Urlaub alles hinter sich zu lassen? Da hetzt man zum Flughafen, zum Check-in, durch die Menschenmassen und als wir, in der Schlange vor der Zollkontrolle, endlich mal zum Durchatmen kommen und uns leise beginnen, auf die bevorstehende Reise zu freuen, fragt uns die schnippische, kurz angebundene Zollbeamtin hinter Glas: „Was lachen Sie so?“ – „Ähm, wie bitte? Ich flieg gleich in Urlaub!“ – „Aha!“ Vielleicht hätte die Gute auch mal wieder ein paar Ferientage nötig gehabt. Wer weiss.
Unsere Reise sollte uns in die Millionenstadt Bangkok bringen. Was für ein kolossaler Tapetenwechsel!

Man taucht in eine pulsierende, ständig wache, wabernde Megacity, die eigentlich nur den eigenen Pulsschlag widerspiegelt. Hier entsprechen die eigenen „beats per minute“ dem Stampfen und Stottern der Stadt, in der wir beabsichtigen, Halt einzulegen.

Die Luft flimmert über Bangkok und seinen zehn Millionen Bewohnern. Vielleicht sind es auch 12 oder 14 – keiner weiss das so genau, nicht mal die Behörden. Aus dem 62. Stockwerk des Fünf-Sterne-Hotels „lebua“, welches insbesondere seit dem Hollywood-Blockbuster „Hangover 2“ bekannt ist, kann man alles perfekt beobachten. Nur nebenbei erwähnt, kann man
sich in Bangkok für kleines Geld auch solche Hotels leisten! Einer der Gründe, wieso auch ihr diese Stadt lieben werdet. Aus unserer Suite überblicken wir fast die ganze Stadt. Schnurgerade Highways die sich vom einen Ende des Horizonts zum anderen erstrecken und an der Erdkrümmung entlangzuführen scheinen – so endlos lang hangeln sie sich in Sphären vor, die das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmen kann.

Bangkok wuselt. Niemals so wie indische Städte, etwa Mumbai oder Delhi. Aber die thailändische Millionenstadt ist dennoch in dauernd wogender Bewegung. Die Menschen sind hier indessen selbst im Berufsverkehr sanft und still unterwegs, sei es in einem der unzähligen Autobahnstaus – oder Schulter an Schulter in den Sky-Trains, die einen durch die Stadt surren. Fast schon tanzend huschen die Thai an einem vorbei. Angerempelt werden gibt’s nicht – ausser von Touristen. Die Einheimischen halten sich tunlichst auf Abstand. Wer sich einmal in die Stadt gewagt hat, die wie eine XXL-Finnensauna schwitzt und brodelt, entdeckt schon bald, welche Trends hier angesagt sind: Grosse Augen (hier verwenden die Thai entsprechende braune Linsen), XXS-Kleider (Size Zero auf allen Wegen), Bleichcrèmes für einen möglichst elegant-hellen Teint sowie falsche Zahnspangen, man möge es kaum glauben. Unsere 39jährige Reiseführerin Gini erzählt uns gleich am ersten Tag unserer Citytour das eine oder andere, was wir bisher noch nirgends gesehen oder gelesen haben, obwohl wir Bangkok schon von mehreren Reisen her kennen. „Wusstet ihr, dass die Thai glauben, die Frauen sind wie die Ferse eines Elefanten – und die Männer sind sein Vorderfuss?“ Sie kichert. „Wir Thai-Frauen rächen uns an den bösen Männern übrigens immer mit einer extra Portion Chili. Wenns also scharfes Essen gibt, habt ihr mit Sicherheit eine schlecht gelaunte Ehefrau in der Küche stehen!“ Sie lacht schallend. Während sie begeistert Wissen über ihr Land preisgibt, folgt jedem zweiten Satz ein „Hmmm“ oder „Aaaah“ und ein freundliches Nicken mit leicht geneigter Kopfhaltung. Die Thai-Mentalität ist geprägt von einer vornehmen Distanz – und einem unbändigen Willen zum Mix-up. Man findet Gebäude im portugiesischen Stil – aber mit einem Dach in typischer Thai-Architektur. Man feiert das chinesische Neujahr. Das buddhistische. Das christliche. Die Thai nehmen fremde Gebräuche ganz selbstverständlich auf und integrieren sie im Handumdrehen in ihre Realität. Und wenn man noch etwas über sie sagen kann, dann dass sie locker sind. Es kann schon mal sein, dass hier folgendermassen gezählt wird: 1,2,3,5,4. Wie …? Die Reihenfolge stimmt nicht? Tse! Was spielt’s denn für ’ne Rolle, wenn doch alle Zahlen da sind! Ja. Das sind die Thai.

Unser Hotel, das „lebua“, ist derweil ein wahres Juwel. Das Frühstücksbuffet (ein wichtiges Kriterium!) nimmt man hier am 50-m-Pool ein, wo es vom chinesischen Dim Sum über Sushi, Früchte bis zum deutschen Vollkornbrot, belgischen Waffeln und frisch gebackenen Pancackes mit triefend süssem Ahornsirup alles gibt, was das hungrige Herz begehrt.

Die Zimmer sind fein, aber das lebua hat seinen Preis – die Zimmer kosten je nach Saison ab 100 Euro – für ein Fünf-Sterne-Haus ein Schnäppchen. Allerdings könnte man beispielsweise auch im Hotel „Muse“ absteigen (ein tolles Design-Boutique-Hotel, stylishes Interior und super Preise – dies gibt’s schon ab ca. 60 Euro pro Nacht). Und dann böte sich beim lebua natürlich noch die Sky-Bar an – die kennst du vom Kino-Plakat von Hangover 2. Wenn einen der Lift im 63. Stockwerk mal ausgespuckt hat, verschlägt es einem fast den Atem – so überwältigend ist der Ausblick, der sich einem bietet, sobald man die Terrassentür hinter sich gelassen hat. Mir ist international kein einziger Ort bekannt, wo man beinah frei schwebend an einer Glasfassade lehnend in dieser Höhe ohne doppelten Boden und nur mit kleinem Sicherheitsnetz über den Dächern einer Grossstadt an einem Caipirinha oder „Hangovertini“, dem eigens für den Film kreierten Drink, nippen kann. Der warme Wind verwuschelt einem das Haar und die Lichter der Stadt zu seinen Füssen rauben einem auch ohne Alkohol schier den Verstand, weil man kaum weiss, an welchem Fleck man seinen Blick nun verweilen lassen soll, so stürmisch ist die Bilderflut, die durchs Gehirn galoppiert.

Was man in Bangkok nicht versäumen sollte ist ein Gang durch Chinatown. Wenn du hier irgendwo am Wegesrand eine Art Crêpe-Stand erblickst, zögere keine Sekunde, dir hier ein „Roti“ zu bestellen. Mit oder ohne Bananen, dafür mit einer Portion Zucker und Ei sowie einem Schuss Kondensmilch. Lass es dir unbedingt crispy backen und geniesse diesen süssen, knusprigen Teig! In Windeseile werden deine Mundwinkel gen Himmel wandern – versprochen! Ebenfalls einen Versuch wert ist die Frucht „Durian“, die es hier an jeder Ecke gibt. Vom Aussehen her eine Mischung aus XXL-Avocado und Mango. Manche behaupten, eine frische Durian stinke nach alten Socken und man rülpse nach deren Genuss ganz fürchterlich. Für andere ist es vielmehr ein Genuss wie ein Blauschimmelkäse und wieder für andere ist es das Beste, was sie je gegessen haben. Nur ein kleiner Tipp: Kaufe dir die Durian nicht zu reif. Ich sage dir – sonst hilft kein Tic-Tac, kein Kaugummi, deinen Atemgeruch in Zaum zu halten.

Bemerkenswert ist derweil an Bangkok, dass wir uns in einer Stadt befinden, in welcher man eigentlich nie Angst haben muss. Wir durchqueren während unserem urbanen Streifzug durch Chinatown auch in den Abendstunden so manche dunkle Gasse, wo die Feuchtigkeit von den Wänden tropft und man das Wischen eines Strohbesens hört, wo Gestalten um die Hausmauern huschen und Hälse sich aus dem Schwarz der Nacht recken, neugierige Blicke einen treffen und Stimmfetzen in der übernächsten Ecke verhallen. Trotz bedrohlich wirkenden Szenen sind Sorgenfalten fehl am Platz. Die Thai sind stets freundlich und hilfsbereit. Solange man sie respektvoll behandelt, lesen sie einem jeden Wunsch von den Lippen ab. „Gibt’s nicht“ hört man selten und dafür braucht’s nicht mal einen Aufenthalt in einem Fünf-Sterne-Hotel. Das gibt’s kostenfrei an jeder Ecke!

Bangkok Must

23_NEUNEU-Sirocco---skybar-editedScirocco Sky Bar @ Lebua Tower
Ein Erlebnis wie im Film. Geniesst ein Cheers am besten mit einem Hangovertini.

Bootsfahrt
Eine Bootsfahrt mit Abendessen auf einer antiken, thailändischen Barke. Niemals siehst du die abendliche Stadt und derart viele Sehenswürdigkeiten mit angenehmerem, vollere mBauch als hier.

Massagen
Gibt’s eigentlich an jeder Ecke in Bangkok und übrigens auch ein recht günstiges im Central World (eurem zweiten Zuhause wenn ihr da seid).

Hotel „Muse“
Eine der Top-Adressen der Stadt. Aber zu absolut verträglichen Preisen!

Gaggan
Gleich beim Muse um die Ecke. Der Chefkoch lernte beim weltberühmten El Bulli in Spanien. Und machte sich in Bangkok selbstständig. Wir haben ein zehngängiges Vegi-Menü für zwei Personen inklusive je zwei Gläsern Wein für umgerechnet CHF 160.00 genossen!!! Wo gibt’s das sonst?

Bangkok NICE TO HAVE

Siam
Shoppaholics finden im Siam ihr zweites Zuhause. Von Prada bis zu Hermès gibt’s alles (alles original Flagship Stores, u.a. von Prada, Hermès, Valentino, hinzu kommen Shops von lokalen Designern und reihenweise Cafes und Restaurants).

Gems Gallery
Schmuck kaufst du am besten bei der Gems Gallery. Übrigens der weltweit grösste Jewellery Store.

MBK
Gleich neben dem Siam im MKB gibt’s Fakes und Lustiges. Aber vorsicht, was du dort kaufst!

ONLINE
thaiairways.com (der schnellste Weg ins Reiseglück)
lebua.com (der place to be in Bangkok)
hotelmusebangkok.com (stylish, cool, zentral und dennoch günstig)

 

Text: Sandra-Stella Triebl

 

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