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KARRIERE @ ERNST & YOUNG

Jan 20 • BLOG, Studium • 1882 Views • Keine Kommentare zu KARRIERE @ ERNST & YOUNG

Drum Prüfe, wer Sich beruflich bindet! Getreu diesem Motto zeigen wir euch in dieser Rubrik, wie Unternehmen um „Female High Potentials“ buhlen, was sie euch bieten und wie Eure Karriere dort aussehen könnte.


 

Ernst & Young gehört zu den „big four“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – und zu einem der begehrtesten Arbeitgeber für Studierende. In den Gängen des Unternehmens am Zürcher Maagplatz herrscht reger Betrieb. Wir sprechen mit Veronika Neukirchen – die 28-Jährige trägt nach vier Jahren Karriere im Hause Ernst & Young bereits den Titel „Senior- FSO Assurance“.

 

Girls Drive: Wirtschaftsprüfer klingt meist etwas spröde – was hat Sie an dieser Ausbildung fasziniert?
Veronika Neukirchen: Die Motivation war, dass der Beruf Wirtschaftsprüfer ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten abdeckt: Zum einen erhält man Einblicke in zahlreiche Unternehmen, zum anderen lernt man diverse Bereiche im wirtschaftlichen Umfeld sowie auch ein“ussreiche Personen kennen und dies in den unterschiedlichsten Branchen. Wirtschaftsprüfer ist auch eine sehr gute Basis, um allenfalls einen Karriereweg als CFO einzuschlagen.

 

Wenn wir zurückblättern, wie war Ihr Karriereweg?
Ich stieg als Assistant im Industriesektor ein. Nach zwei Jahren wurde ich bereits zum Senior befördert und habe die Chance erhalten, mich im Banking-Umfeld zu beweisen. Momentan bin ich als Senior in der Beratung und Wirtschaftsprüfung in Financial Services tätig.

 

Weshalb haben Sie sich denn überhaupt für eine Karriere bei Ernst & Young entschieden?
Einerseits wegen des internationalen Umfeldes, aber auch der Seriosität wegen. Andererseits weil man mir viele Möglichkeiten bietet. Zum Beispiel die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer, die das Unternehmen finanziell trägt und bei der man mich auch aktiv unterstützte. Die Sicherheit, die der Beruf Wirtschaftsprüfer mit sich bringt und unter anderem natürlich auch der finanzielle Aspekt. Fasziniert haben mich von Beginn an die Weiterbildungsmöglichkeiten. Man hat bei Ernst & Young die Chance, in verschiedenste Abteilungen reinzuschauen, und man pflegt untereinander einen regelmässigen und interaktiven Austausch. Ich habe immer mit jungen Leuten im Team zu tun, aber auch mit erfahrenen Kollegen, die einem viel Business-Know-how mitgeben können. Ich habe bis jetzt noch nie jemand bei Ernst & Young kennengelernt, mit dem man nicht ein super Gespräch haben oder sich im Job gut arrangieren konnte. Es ist sehr abwechslungsreich und international.

 

Ist das auch einer der Gründe, weshalb Sie nach vier Jahren noch immer bei Ernst & Young sind?
Ja, absolut. Aber vor allem auch wegen den Aufstiegschancen und den enormen Weiterbildungsmöglichkeiten. Man muss hier nicht warten, bis jemand pensioniert wird, um befördert zu werden, und hat sehr schnell die Möglichkeit, seinen Karriereweg zu formen. Und man darf schon in jungen Jahren viel Verantwortung tragen. Ich hatte persönlich auf Kundenseite schon häufig mit erfahrenen CFOs und dem Management zu tun – das ist als junger Mensch natürlich immer etwas Faszinierendes und Motivierendes.

 

Was waren Ihre persönlichen Milestones undentscheidende Ereignisse während den letztenvier Jahren?
Natürlich sollte man jetzt Steps nennen wie meine Beförderung. Einschneidende Ereignisse waren für mich aber auch persönlich die vielen tollen Freundschaften, die ich mit der Ausbildung bei Ernst & Young schliessen konnte. Das hat auch damit zu tun, dass man im Sommer für die Ausbildung zum Wirtscha!sprüfer teilweise freigestellt wird und sich in einem grossen Netzwerk von angehenden Wirtschaftsprüfern in der Lern- bzw. Prüfungsvorbereitungsphase austauschen kann. Für mich ist diese Abwechslung spannend, denn so kommt etwas wie Routine und Alltag schon gar nicht auf. Ein Meilenstein für mich ist vielmehr auch, dass ich sagen kann, ein Team von zehn Leuten zu führen. Und ich habe immer interessante und motivierte Menschen um mich herum. Das bringt mir persönlich viel mehr als ein Titel.

 

Wie hat Sie Ernst & Young bei der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer denn konkret unterstützt? Sie haben das ja vorher kurz angesprochen?
Bei Ernst & Young ist der Karriereweg eigentlich klar vorgelegt. Man beginnt mit einem Praktikum oder als Assistent. Dann besucht man jedes Jahr eine minimale Anzahl an fachlichen Kursen und wird on the job ausgebildet. Weiter steht in jedem Team ein Projektverantwortlicher bei Fragen zur Verfügung. Daneben hat jeder Mitarbeiter einen Counselor, der z.B. in Karrierefragen oder Projektportfolio-Entscheiden berät und über das ganze Jahr hinweg im Alltag zur Seite steht. Für die Trainings gibt es einen klaren Lernplan. Es ist bei Ernst & Young wichtig, dass man eine Anzahl an Stunden in die Ausbildung investiert und dies wird von der Firma auch sehr gefördert. Das ist ein Must, aber ich finde es auch einen Anreiz. Man bleibt so immer up to date, was sehr wichtig ist als Wirtschaftsprüferin. Man muss immer die Neuerungen am Markt sowie die regulatorischen Anforderungen verfolgen, und die Veränderungen in der Rechnungslegung, den Standards und den Accountingthemen kennen. In all diesen Bereichen wird man von Ernst & Young tatkräftig unterstützt und informiert. Neben den fachlichen Workshops bietet das interne Schulungsprogramm auch stufengerechte Social-Skills-Themen an, wie z.B. Presentation Skills. Zudem haben wir auch zahlreiche Team- Events und Apéros, wo man gut Networking betreiben kann. Etwas, das man auch als Neuling nicht unterschätzen sollte. Ein gutes Netzwerk ist die halbe Miete zum Erfolg.

 

Was sind die grössten Herausforderungen in Ihrem Job als Wirtschaftsprüferin?
Mich reizen natürlich die Herausforderungen im Job – aber es ist auch eine Kunst, seine Work-Life-Balance aufrechtzuerhalten. Man muss plötzlich auch sein Privatleben irgendwie managen und planen, um den Kreis von Freunden und Familie weiterhin zu pflegen. Aber der Spass an der Arbeit und Zufriedenheit mit dem, was man erreicht hat, macht gute Laune – und ist doch etwas Zentrales.

 

Und wie steht es um Ihre fachlichen Herausforderungen?
Auf der theoretischen Seite sind für mich die Prüfungen eine grosse Herausforderung, die in der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer anfallen. Und auch on the job gibt es Herausforderungen. Zum Beispiel, wenn ein Kunde unzufrieden ist mit dem Feedback oder mit den Feststellungen, die wir machen. Wenn wir jetzt beispielsweise einen Fehler in der Jahresrechnung feststellen und dies mit dem Kunden besprechen, kann das je nach dem schon fordernd sein. Wir müssen dann auf die Standards der Rechnungslegung bestehen und mit dem Kunden diskutieren, da kann man schon an seine Grenzen kommen.

 

Wie verhalten Sie sich in solchen Situationen?
Ich persönlich löse solche Situationen mit sachlicher Argumentation, aber auch mit Charme und einem Lächeln. Wir Frauen haben vielleicht ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen auf der zwischenmenschlichen Ebene. Ich versuche mich dann in die Situation des Kunden hineinzuversetzen und überlege mir, wie ich reagieren würde. Und dann handle ich möglichst diplomatisch.

 

Thema Gender Diversity – wie empfinden Sie dies auf ihrem Karriereweg bei Ernst & Young?
Ernst & Young fördert die Gender Diversity sehr gut. Es gibt Aktivitäten, die speziell auf Frauen ausgerichtet sind und ein Weiterkommen unterstützen. Es gibt auch Initiativen für junge Mütter, um ihnen den Wiedereinstieg zu erleichtern. Und auf Kundenseite ist man als Frau natürlich oft in einer Männerwelt, besonders im Finanzsektor, doch ich erlebe es sehr positiv. Ich hatte nie das Gefühl, nicht wahr- oder ernst genommen zu werden. Meiner Erfahrung nach ist man bei Ernst & Young komplett gleichgestellt.

 

Was bietet Ernst & Young dafür, Frauen in ihrer Karriere zu fördern und zu unterstützen?
Beispielsweise war heute gerade ein Anlass, wo über die Mittagspause eine Diskussionsrunde für Frauen veranstaltet wurde. Partner und Frauen, die neben Karriere auch noch Familie haben, standen dort Rede und Antwort. Auch gibt es momentan eine Initiative, wo unsere Partnerinnen jüngeren Kolleginnnen anbieten, dass sie sie für ein „work shadowing“ on the job mitnehmen. Dann sieht man, wie alles gemanagt wird, wie alles funktioniert und was Frauen vielleicht anders machen als Männer. Vielleicht doch ein bisschen raffinierter oder kreativer (lacht). Ansonsten wird darauf geachtet, dass die Einstellungsquote ungefähr ausgeglichen bleibt. Dass gleich viele Frauen wie Männer in den Teams eingestellt werden.

 

Bietet Ernst & Young flexible Arbeits- und Zeitmodelle?
Also es ist möglich, von einem 100%- Pensum nach der Babypause mit einem Teilzeitpensum wieder einzusteigen. Da kenne ich mehrere Frauen in meinem Umkreis, die das gemacht haben und die das ganz gut hinkriegen. In Ergänzung zum Einsatz beim Kunden besteht dank modernster Technologie auch die Flexibilität, gewisse Arbeiten von zu Hause aus zu erledigen.

 

Wie gestalten Sie Ihre Work-Life-Balance? Haben Sie noch genug Zeit für Ihr Privatleben?
In der Work-Life-Balance kommt es darauf an, wie fest man sich selbst darum bemüht. Hier bei Ernst & Young kann man es sich gut einrichten. Man kann beispielsweise seinem Team sagen, dass man jeden Mittwochabend Volleyball-Training hat, dann ist das so in Ordnung. Wenn ich in Betracht ziehe, dass man in Zeiten etwas geringerer Auslastung zusätzlich zu den 5 Wochen Ferien Mehrstunden kompensieren darf, geht die Rechnung übers Jahr hinweg betrachtet auf.

 

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
Einerseits könnte ich intern die Partnerrichtung einschlagen, das schliesse ich nicht aus. Andererseits interessiert mich auch der externe Weg in eine CFO-Position, was etwas Neues wäre. Diese beiden Wege würde ich dann gerne mit einer Familie kombinieren. Für mich ist wichtig, Karriere und Familie vereinen zu können. Dies ist auch absolut möglich, ich sehe dies in meinem Team am Beispiel einer Executive Director, die zweifache Mutter ist.

 

Welche Tipps haben Sie für junge Studentinnen für ihren Karriereweg?
Wichtig ist, dass junge Frauen sich etwas zutrauen. Nicht von vorneherein sagen „das ist nichts für mich, ich kann mir das nicht vorstellen“, sondern einfach mal reinschnuppern. Und sich bei Ernst & Young bewerben (lacht). Sich einfach trauen, etwas auszuprobieren, man macht ja selten etwas für immer und ewig. Und ich denke, es ist nie schlecht, wenn man sich breiter aufstellt. Ich selbst habe Management und Wirtschaft in Paris studiert mit Fokus auf Luxury Products. Es heisst nicht, dass wenn man einen anderen Studiengang macht, man nicht als Wirtschaftsprüferin einsteigen kann. Denn schlussendlich führen viele Wege zum Ziel.

 

Neukirchen Veronika*Veronika Neukirchen(28 Jahre) ist nach vier Jahren bei Ernst & Young Senior-Financial Services Assurance. Nach Einem Bachelor in General Management an der „University of Applied Science for Business Administration Tyrol“ machte die Heutige Wirtschaftsprüferin einen major in Management. Nach sechs Monaten an der ESG, der Paris Management School, trat sie 2008 bei Ernst & Young ein. Zu Ihren kunden gehören Internationale grossbanken, kotierte Internationale unternehmen, Nationale Banken und Stiftungen.
Linda Roninger erzählte sie, wie ihre Karriere begann – und welche Aufstiegschancen ihr das Unternehmen als junge, ambitionierte Frau bietet.

Text: Linda Roniger

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