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YOUNG BUSINESS WOMEN – ANGELA PERNSTEINER

Aug 4 • BLOG, INTERVIEWS • 2936 Views • Keine Kommentare zu YOUNG BUSINESS WOMEN – ANGELA PERNSTEINER

Doktorat, Forschungstätigkeit, eigenes Unternehmen – wenn Angela Pernsteiner aus ihrem Leben erzählt, könnte man meinen, sie wäre bereits ein alter Hase. Umso mehr überrascht es, dass Angela Pernsteiner erst zarte 25 Jahre alt ist.

Venedig-Prst-editedSchnell wird einem klar, dass eine solche Erfolgsgeschichte nicht auf Zufällen beruht, sondern dass Erfolg, wie sie selber sagt, – analog zu einer Funktionsgleichung – von den drei unabhängigen Variablen Veranlagung, Umfeld und Selbstdisziplin beeinflusst wird. Sie betont, dass letztere den wichtigsten Faktor darstellt und man mit Fleiss und Zielstrebigkeit fast alles erreichen kann.

Die gebürtige Österreicherin wächst in Linz auf und schliesst schon damals jede Schulstufe mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Ihr Perfektionismus entwickelt sich dabei stetig weiter, was Fluch und Segen zugleich ist. Oftmals wird sie schon in jungen Jahren von ihrem Umfeld enttäuscht, denn hohe Ansprüche stellt sie nicht nur an sich selber, sondern unbewusst ebenso an alle anderen. Diesem Perfektionismus zu verdanken ist wohl auch, dass Angela Pernsteiner das nach der Schule aufgenommene Magisterstudium in Linz mit den Schwerpunkten Unternehmensrechnung und Wirtschaftsprüfung, Finanzwirtschaft, Controlling und strategisches Management als erste Person überhaupt in gerade einmal sieben Semestern mit einem ausgezeichneten Abschluss bewältigt. Ihr Wissensdurst ist damit jedoch keinesfalls gestillt, was sie an verschiedene weitere Universitäten führt, so auch zeitweise an die Universität in Harvard, nach Singapur, Liechtenstein und St. Gallen. Damit beginnt auch ihr Liebäugeln mit einer akademischen Karriere, weshalb sie im Jahre 2011 ein Doktorat an der Universität St. Gallen am Institut für Accounting, Controlling und Auditing antritt. Für ihre Doktorarbeit wählt sie ein richtiges Kaliber-Thema im Bereich Neuro-Accounting, zu welchem kaum Literatur vorhanden ist. Doch genau das reizt die wissensdurstige Doktorandin daran: „Je schwieriger und einzigartiger die Aufgabenstellung, desto verlockender für mich“.

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Als ob sich ihre akademische Karriere bis dahin nicht schon erfolgreich genug liest, gründet Angela Pernsteiner im gleichen Jahr, in dem sie das Doktoratstudium an der Universität St. Gallen beginnt, im Alter von 23 Jahren die Dominator Development & Design AG und wird damit selbstständige Unternehmerin. Dominator ist ein Unternehmen der Luxusklasse. Es stellt Yachten mit kundenindividuellem Exterior- und Interior-Design in der eigenen Werft in Italien her. An diesem Punkt kommt die zweite Erfolgsvariable der jungen Unternehmerin ins Spiel: das Umfeld. Ohne das Zutun ihrer Familie wäre Angela Pernsteiner heute wohl kaum im Yachtenbusiness tätig. Ihr Vater, ein erfolgreicher Familienunternehmer, war in besagtem Jahr auf der Suche nach einer Werft für den Bau seiner ersten eigenen Yacht. Ihm wurde Dominator empfohlen, wo er also seine Yacht kaufte, jedoch einiges fand, was er besser machen würde. Pernsteiner erzählt die darauffolgenden Ereignisse mit einem Schmunzeln: „Nachdem die Werft in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, hatten wir plötzlich über Nacht nicht nur eine Yacht, sondern auch die dazugehörige Werft. Meine Mutter neckt meinen Vater manchmal noch heute und sagt: ‚Wenn wir Milch brauchen, kaufen wir halt die ganze Kuh‘.“ Nach dem Aufkauf der Werft durch ihren Vater gründet Angela Pernsteiner, die mittlerweile in Vaduz lebt, die Dominator Design & Development AG und ist fortan für das Management sämtlicher Immaterialgüterrechte ihrer neuen Firma zuständig: „Egal, ob es um Markenschutz und Brand Awareness, komplettes Interior- und Exterior-Design und Designeintragungen, technisches Know-how oder technische Weiterentwicklung geht, als geschäftsführende Gesellschafterin habe ich vollständige und alleinige Entscheidungsmacht.“ Trotz des eher spontanen Firmenaufkaufs und des Neulandstatus des Yachtenbusiness für die Unternehmerfamilie hat Angela Pernsteiner die neue Aufgabe als geschäftsführende Gesellschafterin mit Handkuss begrüsst, so wie sie es mit allen neuen Herausforderungen tut. In diesem Sinne gibt es für die erfolgreiche junge Frau auch keine Rückschläge, sondern nur besagte Herausforderungen. Und wenn doch einmal etwas schiefgehen sollte, lebt Angela Pernsteiner ganz nach dem Motto: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und aufrechter als zuvor weitergehen, weil man aus dem Fehler gelernt hat.“ An ihrer neuen Aufgabe findet sie besonders spannend, dass man mit sehr vielen anderen interessanten und international agierenden Unternehmern zu tun hat und in Kreisen herumkommt, zu denen einem der Zugang normalerweise verwehrt bliebe. Diese Kreise sind exklusiv, denn Dominator ist eine Boutiquen- Werft, die ausschliesslich nach Kundenwunsch fertigt. Somit ist jede Yacht einzigartig, was von der hochkarätigen Kundschaft besonders geschätzt wird. Das Erfolgskonzept von Dominator verbindet einzigartiges italienisches Design mit österreichischer Akribie und Effizienz, welche ihre Familie in das Unternehmen gebracht hat.

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So erfolgreich sich Angela Pernsteiner in ihrer neuen Rolle als Unternehmerin auch schlägt, sucht sie trotz allem beides, das Unternehmertum wie auch die akademische Karriere. Deshalb möchte sie in Zukunft weiter in der Wissenschaft wie auch in der Praxis tätig sein und liebäugelt nach dem Abschluss des Doktorats mit einer Habilitation. Als nächstes Ziel für die Zukunft würde sie sich gerne für andere ehrgeizige Frauen einsetzen, so wie es die Mentoren, die sie auf ihrem Lebensweg begleitet haben, für sie getan haben: „Ausser meiner Mutter, die für mich nach wie vor einer der wichtigsten Beistände ist, und meinen besten Freundinnen, muss ich rückblickend feststellen, dass mich in jeder meiner Lebensphasen ausschliesslich männliche Ratgeber begleitet haben bzw. begleiten. Nebst meinem Partner, meinem Bruder, meinem Doktorvater in St. Gallen und meinem damaligen Accounting-Professor in Linz allen voran natürlich mein Vater, der mir Unternehmertum und Ehrgeiz nicht nur vorgelebt, sondern mir bereits in sehr jungen Jahren viel Verantwortung aufgetragen hat.“ Mentoren besitzen ihrer Ansicht nach die Fähigkeit, die eigene Selbstdisziplin zu stärken sowie Kräfte freizusetzen, die man alleine nicht aufzubringen vermag. Angela Pernsteiner findet es deshalb schade, dass es nur sehr wenige weibliche Mentorinnen gibt und unter Frauen manchmal nach wie vor Konkurrenzdenken vorherrscht.

Anderen jungen Frauen mit Karriereplänen rät sie, sich für den erfolgreichen Karriereweg auf die besagten drei Faktoren Veranlagung, Selbstdisziplin und Umfeld zu besinnen.

Die Veranlagung kann man zwar nicht gross beeinflussen, das Umfeld jedoch schon. Deshalb ist es neben der eigenen Selbstdisziplin empfehlenswert, aktiv nach Mentoren zu suchen, wenn diese im eigenen Umfeld nicht vorhanden sind. Ebenso ist Angela Pernsteiner der Meinung, dass bei allem verdienten Erfolg Bodenständigkeit ebenso wichtig ist, um sich zu behaupten. Man sollte sich deshalb für keine Arbeit zu schade sein. Genau diese Bodenständigkeit hat sie selber bislang beibehalten. So denkt Angela Pernsteiner in Zukunft nicht nur an sich selber, sondern setzt sich dafür ein, „junge Frauen in ihren Vorhaben zu bestärken und das weiterzugeben, was mir meine Mentoren beigebracht haben“.

Bei diesen Zukunftsplänen bleibt also wenig Zeit, sich auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen. Aber was würde man auch anderes von einer Frau erwarten, die nach Hermann Hesses Zitat lebt:

„Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“

Weiterführende Informationen: www.dominatoryachts.com

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Text: Priscilla Müllhaupt

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