Young Businesswomen – Outfittery | GIRLS DRIVE | DAS KARRIEREMAGAZIN FUR STUDENTINNEN MIT DRIVE
Individuelle Outfits direkt nach Hause geliefert

Young Businesswomen – Outfittery

Nov 8 • BLOG, INTERVIEWS, Karriere • 4886 Views • Keine Kommentare zu Young Businesswomen – Outfittery

„Wir wollen ganz Europa mit unserem Service erobern!“

Outfittery ist ein junges und erfolgreiches Unternehmen, welches das Online-Shopping für Männer revolutioniert. Im Rahmen der Reportage „Be your own boss! Start-ups als Alternative zur Corporate World?” in Girls Drive No.3 hatten wir die exklusive Gelegenheit mit der Gründerin von Outfittery, Julia Bösch, ein inspirierendes Gespräch über die Anfänge ihres Unternehmertums zu führen.

Girls Drive: Wer und was ist Outfittery?
Julia Bösch, Anna AlexJulia Bösch: Wir sind zwei Mädels, die anfangs 2012 unser eigenes Online-Unternehmen gegründet haben. Outfittery bietet einen Personal Shopping Service für Männer, der ihnen den lästigen Shoppingstress abnimmt. Der stationäre Handel hat das Problem, dass es mittlerweile auch viele Produkte online gibt. Nun kommen wir und berauben ihn um den letzten Vorteil, die persönliche Beratung. Auf outfittery.ch bekommt jeder seine eigene Style-Expertin zugewiesen, die ein individuelles Outfit auf den Kunden angepasst zusammenstellt und es ihm gratis nach Hause schickt. Der Kunde zahlt nur das, was er behalten möchte, der Rest kann er kostenlos zurücksenden.

Wie viel Kunden nutzen euer Online-Service bereits?
Wir konnten schon über 50‘000 Kunden in Deutschland gewinnen. Anfang September expandierten wir in die Schweiz. Bereits in den ersten Wochen konnten wir über 1000 Neukunden verzeichnen.

Wie seid ihr auf eure die Idee gekommen?
Wir wollten etwas für Männer machen, da wir gesehen haben, dass ganz viele Männer einfach keine Zeit oder Lust haben, einzukaufen. Als ich in New York studiert habe, leistete sich ein viel beschäftigter Freund von mir ein Personal Shopper und er war begeistert. Ich war der Meinung, dass man dieses Konzept auch ins Internet übersetzen und kostenlos nach Europa bringen kann.

Wenn wir zurückblättern, wie kam es, dass du Unternehmerin wurdest?
Nach meinem Studium arbeitete ich beim damaligen schnell wachsenden Start-up Zalando, wo ich extrem viel lernte und mir ein Netzwerk aufbauen konnte. Bei Zalando traf ich auch Anna, meine Mitbegründerin. Es war sofort klar, dass wir zusammen etwas Eigenes machen wollten.

Wer hat euch in eurer Gründungsphase unterstützt?
Wir wurden von Anfang an durch Venture Capital Investoren finanziert. Auch hat uns der Austausch mit unserem Netzwerk sehr geholfen. Denn die Situationen, in den man am Anfang der Gründung ist, haben viele andere auch schon erlebt.

Wie habt ihr euch in der männerdominierten Internetbranche durchgekämpft?
Für uns war es immer ein Vorteil, Frauen zu sein, denn so fallen wir auf. Ich finde es grossartig an einer Konferenz die einzige Frau zu sein. Dann kann ich schon einmal davon ausgehen, dass jeder mit mir reden will. Das Frausein hat uns auch in die Hände gespielt, das unterschätzten viele Frauen.

Was hast du als Unternehmerin bis jetzt gelernt? Was sind wichtige Erfolgsfaktoren?
In der Gründungsphase ist es wichtig, dass man schnell Entscheidungen treffen kann und sich traut, ins kalte Wasser zu springen. Meistens hatten wir eine spontane Idee, die wir schnell umgesetzt haben, um zu schauen, ob sie funktioniert. Wenn nicht? Haben wir was draus gelernt. Lange rumdiskutieren bringt nichts, da einem sowieso der Kunde sagt, welches der beste Weg ist. Auch ganz wichtig ist der Teamspirit. In den Startwochen hatten wir wahnsinnig viele Kundennachfragen, so dass wir ganze Wochenenden durchgearbeitet hatten. Es macht uns stolz, so ein dynamisches Team zu haben, das alles gibt.

Was schätzt du am Unternehmertum?
Etwas aufzubauen, bedeutet, etwas Eigenes zu kreieren. In diese Kreation investiert man viele Ressourcen aber man hat auch die absolute Freiheit. Wir können unsere eigenen Entscheidungen treffen, müssen aber auch die Verantwortung dafür tragen. Es ist anstrengend und eine Achterbahnfahrt, aber wir sind glücklich Outfittery gegründet zu haben.

Mehr Männer als Frauen wagen sich in die Selbständigkeit. Wo siehst du Gründe?
Frauen trauen es sich oft nicht zu, ein Unternehmen zu gründen. Zudem fehlen die Vorbilder.

Wo siehst du Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Start-ups?
Frauen brennen komplett für ihre Idee. Sie sind emotionaler als Männer. Bei ihnen steckt manchmal etwas mehr Kalkül dahinter.

Viele Frauen haben Mühe mit dem „think big“. Wie steht ihr dazu?
Wir sind nicht so drauf. Wir wollen ganz Europa mit unserem Service erobern und sind da extrem schnell unterwegs.

Mehr Informationen unter www.outfittery.ch

Text: Linda Roniger
Fotos: Outfittery

Comments are closed.

Related Posts

« »